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Chronik

Abschiedsbrief vor Mord an Sohn

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Lehrerin war depressiv - Kind abgöttisch geliebt.

Wie verzweifelt muss die Lehrerin Judith M. (31) aus Reichenau im Mühlkreis gewesen sein, als sie zum äußersten Mittel griff, das eine liebende Mutter für sich und ihr Kind wählen kann? Bevor sie am Dienstag ihren kleinen Sohn David erstach und anschließend Selbstmord verüben wollte, schrieb sie einen Abschiedsbrief. Der Inhalt zeigt die Verzweiflung einer jungen Frau, die sich alleine fühlte und die für sich und ihr Kind keine Perspektive mehr in Österreich sah.

"Entschuldigt bitte, ich kann ihn nicht hierlassen", schrieb sie. Und: "Ihr werdet es nicht verstehen, ihr wisst nicht, wie schlecht es mir geht."

Judith M. hatte einst als Au-pair in England gelebt, sich dort in das Land und in einen Mann verliebt. Die beiden bekamen David. Doch das Glück der kleinen Familie hielt nicht lange. Auf Wunsch der Eltern und wegen des Buben kehrte die Lehrerin in den Mühlkreis nach Oberösterreich zurück. Doch in ihrem Herzen trug sie stets England und ihren Partner. Der blieb jedoch auf der Insel, weil seine Eltern strikt gegen eine Auswanderung nach Österreich waren.

Sie wollte das Kind nicht alleine lassen
Obwohl Judith M. mit David im Einfamilienhaus zusammen mit ihren Eltern lebte, zog sie sich immer mehr zurück. Kontakte zu Bekannten wurden seltener, in ihren alten Beruf kehrte sie auch vier Jahre nach der Geburt des Sohnes nicht zurück. Die junge Frau vereinsamte regelrecht. Aber sie wollte nicht ohne David gehen. Deshalb erstach sie das Kind.

Die 31-Jährige wird am Freitag von der Haftrichterin einvernommen. Die entscheidet dann, ob U-Haft verhängt wird. Für Judith M. gilt die Unschuldsvermutung.

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