Österreichische Technik

Austro-Sonde landet auf Komet "Chury"

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Europas Weltraum-Organisation (ESA) will erstmals mit einer Sonde auf Komet landen.

Ein Meilenstein der Raumfahrtgeschichte soll es werden: Zum ersten Mal setzt eine Sonde zur Landung auf einem Kometen an. 450 Millionen Kilometer von der Erde entfernt rasen der Komet „Chury“ und die Sonde „Rosetta“ gemeinsam durch das All.

Stöger: »Österreich ist eine Weltraum-Nation«
2004 startete die europäische Mission Rosetta auf ihre Reise. Mit an Bord: Hochtechnologie aus Österreich. Die Wärme-Isolation kommt aus Meidling (RUAG), auch Konzerne wie Magna und Andritz haben beigesteuert. Hinzu kommen heimische Mikroskope, Magnetometer und Sensoren. „Bezogen auf die Landesgröße sind wir eine führende Weltraum-Nation“, berichtete Weltraum-Minister Alois Stöger bei einer Landesimulation im Naturhistorischen Museum.

Landung. Heute um 9.35 Uhr geht es in die heiße Phase. ­Rosetta schickt ihre Landeeinheit „Philae“ los. Um 17 Uhr wird klar sein, ob die Landung auf dem zerfurchten Kometen geglückt ist. 80 Prozent Erfolgschance sieht Wolfgang Baumjohann, Direktor des Österreichischen Weltraum-Instituts (siehe Interview). Dann bohrt sich die Sonde auf der Oberfläche fest und beginnt ihre Experimente.
War Kometen-Einschlag Ursprung allen Lebens?

Es geht um nichts Geringeres als die Frage, woher das ­Leben auf der Erde stammt. Schon lange werden Kometen mit „Bausteinen des Lebens“ dafür verantwortlich gemacht. Jetzt winkt der Durchbruch. Durch einen Brocken aus Staub und Eis.

"Suchen die Bausteine des Lebens"

ÖSTERREICH: Wie knifflig ist die Landung auf „Chury“?
Wolfgang Baumjohann: Es geht darum, wie die Einheit aufkommt. Man muss sich das wie eine Landung auf einem Gletscher vorstellen. Man hat sich zwar eine gute Stelle ausgesucht, aber ein paar Eisbrocken liegen da trotzdem herum. Die sollte man nicht treffen.

ÖSTERREICH: Nervös?
Baumjohann: Ein bisschen, aber man schätzt die Erfolgschance auf 80 Prozent ein. Das ist im Weltraumgeschäft ein gutes Ergebnis.

ÖSTERREICH: Was für Ergebnisse erhoffen Sie sich?
Baumjohann: Man kann jetzt die Urmaterie der Entstehung des Sonnensystems studieren und zeigen, wie daraus die Erde zusammengebacken wurde. Eine Frage ist: Könnte das Wasser auf der Erde von Kometen gekommen sein? Und: Es krabbeln zwar keine grünen Männchen auf dem Kometen, aber vielleicht findet man Bausteine des Lebens, also organische Verbindungen.

(küe)

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