Alle suchen 5 Mio.

Beute vergraben: Ein Land im Geld-Rausch

Die Story von einem vergrabenen Schatz in einem Wald im Bezirk Kufstein schlug ein wie eine (Geld-)Bombe. Wer holt sich die fünf Millionen?

Spätestens mit der ÖSTERREICH-Story am Montag sprang das Geldfieber, das mit einem Bericht in der Bild am Sonntag gezündet worden war, auf unser Land über. Demnach soll der Betrüger Augustin G. aus Rosenheim, der 2002 Kundenkonten der deutschen DAB-Bank geplündert hat, vorsorglich einen Großteil seiner Geldbeute für die Zeit nach seiner sechsjährigen Haftstrafe beiseite geschafft haben.

Beim Prozess machte der Bayer allen weis, dass die Mafia ihm die Millionen abgeknöpft habe. Doch ein Privatdetektiv namens Harry W. aus München, der Augustin G. nach der Enthaftung mehr als zwei Jahre beobachtete, machte jetzt vollmundig publik: Seine Beobachtungen lassen keinen anderen Schluss zu, als dass der Betrüger insgesamt fünf Millionen Euro im Tiroler Grenzgebiet zu Deutschland in einem Wald „nahe Eichelwang zwischen der Wildbichler Landstraße und den schroffen, steil aufragenden Felswänden des Kaisergebirges“ vergraben habe.

Betrüger wurde zwei Jahre lang observiert
Mehr hat’s nicht gebraucht – und die Schatzsucher sind losgelassen. Wobei zumindest die Einheimischen eine ziemlich genaue Vermutung haben, wo sich das Geldversteck tatsächlich befinden könnte. Nämlich nicht in Eichelwang bei Kufstein, sondern ein Ortschaft weiter, in Ebbs. Anita Kaisser vom Gasthaus Hinterbärenbad: „Das muss dort hinten bei der Nikolauskirche Richtung Zahmer Kaiser sein. Mein Mann hat dort sogar einen Wald. Mein Gott, sobald wir wieder im Tal sind, werden wir bei der Suche mitmachen!“

Maria Egger vom Hotel zur Schanz wiederum reibt sich auf ihre Art die Hände: „Egal ob die Story stimmt oder nicht, ab sofort gibt es bei uns eine Geldsucherpauschale für Nächtigung und Verpflegung. Und wir werden auch Schaufeln und anderes Equipment anbieten.“ In den Gasthäusern und Hotels in der Grenzregion läuten die Telefone jedenfalls Sturm – „Alle wollen wissen, wo dieser Wald ist.“

Größter Anreiz, weshalb auch die einheimischen Burschen Mario (22) und Andreas durch die Wälder streifen, ist der enorme Finderlohn, der ausgeschrieben ist. Es handelt sich um 660.000 Euro.

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