Landesgericht Graz

Tod im Drogenrausch

Häfenliebe endete tödlich

Mehr als vier Wochen verbrachte er in der Wohnung mit der Leiche in der Dusche.

„Wenn man so viele Drogen nimmt, dann wird man a bisserl zu einem Arschloch“ – so schätzte sich Christian L. (40) gestern vor den Geschworenen selbst ein, als er vom 20. September 2016 erzählte: Nach einer mehr­tägigen Drogenparty drückte er im Streit zunächst mit einer, dann mit beiden Händen die Kehle seiner Freundin Alessandra K. (44) zu, bis sie leblos niedersank.

Die fünffache Mutter im Gefängnis kennengelernt

Konsum. Vor Richter Martin Wolf schilderte der 15-fach Vorbestrafte, wie der Horror weiterging – er mixte sich noch einen weiteren Drogencocktail, dann schlief er. Als er munter wurde, konnte er den Anblick der Toten nicht ertragen, verpackte sie in Folie („Wegen des Geruchs.“) und brachte sie in die Dusche, wo die fünffache Mutter am 26. Oktober gefunden wurde.

Nachrichten. Ihren Angehörigen hatte L. in Facebook-Postings und SMS vorge­gaukelt, dass die Frau in einer Entzugsklinik wäre. „Ich habe sie geliebt“, bedauerte L. die Tat. Kennengelernt hatte sich das Paar, als es in der Justizanstalt Jakomini in Haft war. Laut Psychiatriegutachten war L. zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig. Eine Tochter belastet den Angeklagten – es gilt die Unschuldsvermutung – schwer. Das Urteil wurde für den Abend erwartet.



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