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Bluttat in Wien

Mord-Opfer Kahraman: Fußball-Profi und ÖVP-Politiker

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Die Fußballwelt steht unter Schock: Am Mittwoch wurde der ehemalige Nationalteamspieler Volkan Kahraman in Wien auf offener Straße ermordet. Kahraman war nicht nur Fußball-Profi – er trat auch für die ÖVP bei der Nationalratswahl 2017 an.

Wien. Am Mittwoch kam es zu tödlichen Schüssen in Wien-Simmering: Nach einem Streit in einem Lokal zog ein 46-Jähriger auf der Straße eine Faustfeuerwaffe, erschoss einen 43-Jährigen und richtete sich nach der Tat selbst. Das 43-jährige Opfer der Bluttat war der ehemalige ÖFB-Nationalspieler Volkan Kahraman (†43).

Kahraman spielte in der Jugend für die Wiener Austria und galt als eines der großen österreichischen Talente. Mit 15 Jahren wechselte der Mittelfeldspieler zu Feyenoord Rotterdam, nach Stationen bei Excelsior Rotterdam sowie Trabzonspor und Erzurumspor in der Türkei kehrte er nach Österreich zurück. Kahraman schaffte mit Pasching (2001/2002) den Aufstieg in die Bundesliga und bei den Oberösterreichern auch den Sprung ins ÖFB-Nationalteam, für das er im Herbst 2002 drei Länderspiele absolvierte. 

Nach mehreren Stationen bei österreichischen Bundesligavereinen, wie etwa bei der Austria Wien und beim LASK, übernahm er Trainerjobs und Sportdirektorposten bei Clubs im Wiener Unterhaus. Zuletzt war er Coach beim Wiener Stadtligisten Ostbahn XI. 

Fußball-Profi und ÖVP-Politiker

Kahraman war nicht nur Fußball-Profi, sondern engagierte sich auch politisch. Er trat auch für die ÖVP bei der Nationalratswahl 2017 an. Kahraman kandidierte in Wien-Simmering und erhielt damals 266 Vorzugsstimmen.

"Österreich ist meine Heimat! Als Fußballer habe ich in rot-weiß-rot gespielt und jetzt möchte ich mich in der Politik engagieren. Warum? Weil ich überzeugt bin, dass wir alle friedlich zusammenleben können und voneinander profitieren - egal wo unsere Wurzeln liegen", erklärte Kahraman damals seine politischen Ambitionen. 

"Ich kandidiere für den Nationalrat, weil ich nicht möchte, dass es Mauern zwischen uns gibt und Migranten im Abseits stehen. Als Fußballtrainer weiß ich, dass eine Mannschaft nur funktioniert, wenn alle Spieler auf ein Tor spielen. Ich möchte dazu beitragen, dass das gegenseitige Verständnis wächst und wir uns mit Respekt und Akzeptanz begegnen"

2016 hatte er die Migrantenpartei "Gemeinsam für Wien" verlassen, die 2015 in drei Bezirksparlamente gewählt worden war.  

Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich. Infos für Jugendliche gibt es unter www.bittelebe.at

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