Nazi-Opfer: "So lief Überfall"

Wien-Favoriten

Nazi-Opfer: "So lief Überfall"

Rudolf F. (53) wurde am Sonntag von Rechtsradikalen krankenhausreif geprügelt.

Eine derart brutale Nazi-Attacke hat es in Österreich noch nie gegeben: 30 Rechtsradikale stürmten Sonntagmittag den türkischen Kulturverein ATIGF im Ernst-Kirchweger-Haus in Wien-Favoriten. Rudolf F. kam ihnen im Stiegenhaus in die Quere. Der 53-Jährige wurde sofort mit Faustschlägen und Fußtritten attackiert. Im Gespräch mit ÖSTERREICH erzählte er von dem schockierenden Vorfall: „Ich verließ gerade das Haus, um mit meinem Hund Gassi zu gehen. Da kamen diese riesigen Typen Schulter an Schulter anmarschiert. Sie schlugen sofort zu,“ schilderte F. die Szene. Er hatte an einer Sitzung der Gewerkschaftsorganisation KOMIntern teilgenommen. Zur gleichen Zeit hatten sich viele türkisch-stämmige Famlien zum wöchentlichen Bruch des ATIGF getroffen. „Wir hörten Rudi schreien: Nazis! Bringt die Kinder weg,“ sagte Gerhard M. von KOMIntern.

Die Angreifer konnten mit vereinten Kräften in die Flucht geschlagen werden. Ein Teil davon, neun Verdächtige, wurden verhaftet. Es sind Mitglieder des inoffiziellen, gewaltbereiten Austria-Wien-Fanklubs „Unsterblich Wien“.

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