Asylwerber in NÖ unter Mordverdacht

Meißelwurf auf Kinder

Asylwerber in NÖ unter Mordverdacht

Der Mann soll mit einem Meißel einen anderen Asylwerber erschlagen und danach damit Kinder bedroht haben.

Ein Nigerianer steht im dringenden Verdacht, einen anderen Asylwerber in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) erschlagen zu haben. Festgenommen wurde der Mann am Donnerstagnachmittag, weil er mit einem Meißel nach Kindern geworfen haben soll. Einschreitende Polizisten wurden von ihm verletzt. Das berichtete die Polizei am Freitagabend.

Bereits am 1. Mai hatte der Verdächtige in der Asylunterkunft in der niederösterreichischen Gemeinde für Aufruhr gesorgt. Er schlug mit den Fäusten auf zwei afghanische Asylwerber ein und verletzte die Männer. Beamte der Polizeiinspektion Maria Enzersdorf zeigten den Angreifer an und belegten ihn mit einem Betretungsverbot für die Unterkunft. Dort wurde in der Nacht auf Donnerstag ein Asylwerber aus Bangladesch leblos aufgefunden und der Tod des 26-Jährigen als "bedenklich" eingestuft.
 

Mann erschlagen

Das Landeskriminalamt nahm die Ermittlungen auf. Die Obduktion ergab, dass der Mann "mittels massiver stumpfer und komprimierter Gewalteinwirkung getötet wurde", hieß es in einer Presseaussendung der Polizei. Es sei also von einem Fremdverschulden auszugehen. Die Tat dürfte zwischen 22.00 Uhr und 23.30 Uhr verübt worden sein, sagte Chefinspektor Johann Baumschlager der APA.

Während die Erhebungen wegen Mordverdachts liefen, erstattete ein Zeuge am Donnerstag gegen 16.30 Uhr Anzeige. Ein Mann würde bei einem Freizeitgelände im Gemeindegebiet von Maria Enzersdorf auf Bäume einstechen. "Beim Eintreffen mehrerer Streifen wurde der 25-jährige nigerianische Asylwerber auf einer Bank sitzend angetroffen. Dabei hatte er einen Meißel zwischen den Beinen liegen", berichtete Baumschlager.
 

Kinder bedroht und Polizisten verletzt

Während der Erhebungen sagten dort spielende Kinder aus, sie seien von dem Verdächtigen bedroht worden und dieser habe auch den Meißel nach ihnen geworfen. Es wurde offenbar aber kein Kind getroffen und auch niemand verletzt. Bei der Durchsuchung des Mannes nach möglichen weiteren Waffen wurde dieser äußert rabiat, begann auf die Beamten einzuschlagen und versetzte einem Polizisten einen Kopfstoß. Zwei Beamte wurden verletzt, der 25-Jährige festgenommen und schließlich in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.

Ein Zusammenhang mit der Tötung ergab sich nicht nur durch das äußerst aggressive Verhalten des Beschuldigten. Auf dessen Schuh wurde eine "blutähnliche Anhaftung" festgestellt. Ein vom Gericht bewilligter DNA-Abgleich ergab eine "eindeutige Übereinstimmung" mit dem Blut der Leiche. Baumschlager ging davon aus, dass es sich bei dem Stahlmeißel um die Tatwaffe handelt. "Der Verdächtige schweigt", sagte Baumschlager. "Aber anhand der Summe von Indizien ist für uns der Fall geklärt." Die Motive für sämtliche Taten waren zunächst nicht bekannt.
 

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