Hochwasserschutz

420 Mio. für Donau-Hochwasserschutz

420 Mio. Euro wollen der Bund sowie die Länder Oberösterreich, Niederösterreich und Wien in 34 Hochwasserschutzprojekte investieren.

Staatssekretär Helmut Kukacka, Landeshauptmann Josef Pühringer (beide V) und Umwelt-Landesrat Rudi Anschober (G) haben am Montag in Linz einen entsprechenden Vertrag zwischen Bund und Land Oberösterreich unterzeichnet.

Allein in Oberösterreich seien Investitionen von 172 Mio. Euro geplant, die Hälfte der Kosten trage der Bund, so Kukacka anlässlich der Unterzeichnung. Der mit Abstand größte Brocken sei mit 144,2 Mio. Euro das Dammprojekt Machland Nord. Baubeginn ist voraussichtlich 2007, die Fertigstellung dürfte nicht vor 2015 erfolgen.

Machlanddamm schützt 1.000 Häuser
Der Machlanddamm ist das größte Hochwasserschutzprojekt, das derzeit in Österreich in Planung oder Umsetzung ist. Er erstreckt sich über sieben Gemeinden am nördlichen Donauufer in Oberösterreich und soll künftig rund 1.000 Häuser vor den Fluten bewahren. Die Realisierung wird voraussichtlich zwölf bis 15 Jahre dauern und nach derzeitigen Schätzungen 144 Mio. Euro kosten.

Das Machland ist immer wieder von großflächigen Überflutungen heimgesucht worden. Besonders schlimm waren die Schäden nach den Hochwasserkatastrophen 1991 und 2002. Bestrebungen für einen Dammbau gab es schon lange, bis zur Genehmigung des Projektes durch das oberösterreichische Umweltressort im Herbst dieses Jahres war es aber ein weiter Weg.

Ausgleich zwischen Ober- und Niederösterreich
Da die Donau im Machland die Grenze zwischen Ober- und Niederösterreich ist, mussten die Interessen beider Bundesländer aufeinander abgestimmt werden. Ein zu gut ausgebauter Hochwasserschutz am oberösterreichischen Nordufer hätte die Überflutungen auf den Flächen südlich der Donau in Niederösterreich verschärft. Im nun anstehenden Projekt seien die wesentlichen niederösterreichischen Forderungen aber berücksichtigt, so Umweltanwalt Harald Rossmann gegenüber.

Offene Bauweise
Der Machlanddamm ist kein durchgehendes Bauwerk, sondern besteht aus mehreren Abschnitten. Die "Löcher" dazwischen garantieren, dass die Donau bei Hochwasser in dafür vorgesehenen Bereichen ausufern kann. Das Projekt umfasst insgesamt 36,4 Kilometer Schutzbauwerke: Dämme, die zwischen einem und drei Kilometer von der Donau entfernt sind, Mauern und Mobilwände. Der Großteil ist auf ein 100-jährliches Hochwasser ausgelegt, einige flussnahe Bereiche sind lediglich für ein 30-jährliches Ereignis gewappnet.

Auch Gerinne für Schlammmassen
Ein großes Problem nach Überflutungen stellen üblicherweise auch die Schlickmassen dar, die zurückbleiben, wenn der Pegel wieder sinkt. Im Machland soll künftig ein Entlastungsgerinne einen Teil dieser Sedimente abfangen und zugleich den Bodenabtrag auf angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen bremsen. Die acht Kilometer lange, 50 Meter breite und zwei bis drei Meter tiefe Flutmulde wird nach dem Vorbild eines historischen Altarm aus dem 19. Jahrhundert errichtet. Gemeinsam mit 840 Meter Gerinnevernetzungen hilft sie auch, den Wasserhaushalt und die ökologische Funktionsfähigkeit des Auwalds zu verbessern.

Parallel zum Dammbau läuft ein Aussiedlungsprojekt. 240 Grundbesitzer haben bereits einen Antrag gestellt, die Kosten für das Land belaufen sich auf etwa 87 Mio. Euro.

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