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Nächster Rassismus-Vorfall?

Busfahrer lässt Schwarzen nicht einsteigen: Polizei ermittelt

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Ein schwarzer Schüler durfte nicht in den Bus einsteigen.

Im oberösterreichischen Wels ließ ein Busfahrer einen schwarzen Schüler nicht einsteigen. Seine Mutter schildert den Fall auf Facebook: "ANDERS SEIN IST NORMAL. Gleichberechtigung, egal welche Hautfarbe, sollte doch ihre volle Bedeutung haben. IRGENDWANN REICHT ES. Mein Sohn hat es nicht verdient, so behandelt zu werden.“ Das Busunternehmen sagt in einer Stellungnahme, dass der Schüler "vor drei Wochen" bereits Probleme machte, als er "vor den Bus gesprungen sei und dabei sich und andere gefährdet habe". Der Busfahrer entschied wegen dieser und weiteren Vorfällen, den Jugendlichen nicht mitzunehmen (weitere Stellungnahme weiter unten). 

Video zum Thema: Busfahrer in Wels lässt Schwarzen nicht einsteigen

Situation eskaliert

Am vergangenen Freitag kam es in Wels zur Eskalation, berichtet die Mutter des Schülers. "Am 29.03.19 durfte mein Sohn zum x-ten Mal in Bus von Sabtours Wels ohne Grund nicht einsteigen. Sobald der Busfahrer meinen Sohn sah, stieg er sofort aus, um ihn daran zu hindern. Dann sagte er vor allen Mitschülern, dass er nicht mitfahren darf. Sein großer Bruder war dabei, die Situation eskalierte."
 
Schließlich kam die Polizei, die Situation beruhigte sich aber immer noch nicht. Wie in einem Video festgehalten ist, entwickelte sich zwischen dem Schüler und dem Polizisten ein verbaler Schlagabtausch, weil der Beamte den Jugendlichen "Haberer" nannte. Die Polizei ermittelt inzwischen in dem Fall. 
 
 

Ermittlung wegen Freiheitsentziehung

Die Polizei in Wels ermittelt in einem Streit um eine Schulbusfahrt. Weil der Fahrer einen dunkelhäutigen 14-jährigen Schüler am vergangenen Freitag nicht mitnehmen wollte, nahm ihm dessen älterer Bruder den Startschlüssel weg. Daraufhin waren rund 70 Jugendliche in dem Fahrzeug eingesperrt. Das berichtete die oberösterreichische Polizei am Montag. Die Mutter der Burschen erhob Rassismus-Vorwürfe.
 
Den vom Fahrer telefonisch zu Hilfe gerufenen Polizeibeamten schilderte der 64-Jährige, er habe am Freitag um 6.30 Uhr früh die Kinder einsteigen lassen, um sie zur Schule zu bringen. Sie seien ihm teilweise bekannt. Unter ihnen habe sich auch ein 14-Jähriger befunden, der in den Tagen zuvor unangenehm aufgefallen sei, zudem habe er seinen Fahrausweis nicht vorweisen können. Deshalb habe er ihm an diesem Tag die Mitnahme verweigert. Als der 22-jährige Bruder in den Bus gestiegen sei, habe er dies auch ihm gesagt.
 
Bei der Ausfahrt aus der Haltestelle habe der ältere Bruder plötzlich in das Lenkrad gegriffen, den Startschlüssel aus dem Zündschloss gezogen und ihn zur vorderen Einstiegstür geworfen. Dann habe er sich zwischen den Buslenker und die Tür gestellt, um zu verhindern, dass der Fahrer an den Schlüssel gelangt. Deshalb habe er die Polizei gerufen.
 
Weil sich die Türen nur bei eingeschalteter Zündung öffnen lassen, mussten rund 70 Schulkinder im Bus auf das Eintreffen der Polizei warten. Als der 22-Jährige die Beamten bemerkte, hob er den Schlüssel auf und gab ihn dem Lenker. Um 6.45 Uhr konnten die Jugendlichen den Bus verlassen. Die Polizei nahm den Sachverhalt und die Daten der Beteiligten auf, sie kündigte eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft an.
 
Die Mutter des 14- und des 22-Jährigen berichtete in einem sozialen Netzwerk über den Konflikt und forderte "Gleichberechtigung egal welche Hautfarbe sollte doch ihre volle Bedeutung haben." Ihr Vorwurf: "Rassismus herrscht noch stark und darf aber nicht sein".

Busunternehmen gibt Stellungnahme ab

Das Busunternehmen gibt gegenüber oe24/ÖSTERREICH eine Stellungnahme zu den Vorfällen ab: "Der Schüler ist vor ca. 3 Wochen absichtlich vor den Bus gesprungen und hat sich und andere dabei gefährdet", wie das Unternehmen schildert und führt weiter aus: "Unser Fahrer – ein langjähriger Mitarbeiter von sabtours - hat ihn zur Rede gestellt, danach hat er mit den Füßen gegen die Türe getreten. Darüber hinaus war er nicht bereit, dem Fahrer seinen Fahrschein zu zeigen, er hat ihn nur von Weitem gezeigt, ohne dem Fahrer die Chance zu geben, ihn zu kontrollieren. In den folgenden Tagen ist er das Stück vom Bahnhof zur Schule zu Fuß gegangen und hat dem Lenker den Mittelfinger gezeigt. Vorigen Donnerstag hat er dann versucht wieder einzusteigen, dies hat ihm der Fahrer verweigert. Am Freitag ist dann auch sein Bruder zur Haltestelle gekommen. Dieser ist eingestiegen und hat den Schlüssel des Busses abgezogen. Daraufhin konnten die Türen nicht mehr geöffnet werden. Der Bus war voll. Unser Lenker hat dann die Polizei angerufen, die den Fall aufgenommen hat."

Vorfall in Wien

Am Wochenende erst hatte ein Video aus Wien für Empörung gesorgt. Darin sieht man, wie eine ältere Frau bei einer Straßenbahnstation eine junge Muslima wüst beschimpft. Die junge Frau, die heimlich mitfilmte, wehrte sich heftig und sagte, dass Österreich auch ihr Land sei und sie hier geboren worden sei.
 
Zuvor hatte die ältere Frau sie beleidigt und gesagt: "Die FPÖ haut euch alle raus." Umstehende Personen versuchten, der Muslima zu helfen, was die Situation zum Eskalieren brachte. Die Frau bespuckte die Muslima und lief schreiend davon: "Eine kriminelle Gewalttäterin, Hilfe!"
 
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat die Spuck-Attacke auf die junge Muslima in Wien-Neubau scharf verurteilt. "Eine widerliche Attacke, die ich auf das Schärfste verurteile. In Österreich stehen wir für ein respektvolles und friedliches Miteinander aller Religionen!", postete der Regierungschef auf Facebook.
 
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