Amelie: Hundebiss-Prozess vertagt

Salzburg

Amelie: Hundebiss-Prozess vertagt

Wie weit ist ein Hundehalter für sein Tier strafbar: Diese Frage beschäftigt das Gericht.

„Ich bin unschuldig“, sagte Manfred F. (42) am Freitag mit lauter und fester Stimme vor Richter Gerhard Nathschläger. Der Ex-Wachmann und jetzige Fahrer ist wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen angeklagt, weil sein Rottweiler „Avego“ am 6. Mai 2011 in Wals Amelie Reifberger (4) im Nachbargarten angefallen, skalpiert und sogar den Schädelknochen durchbissen hatte. Dafür drohen zwei Jahre Haft. „Avego“ wurde eingeschläfert.

Amelie wurde mehrfach operiert und leidet noch immer. „Niemand hat wissen können, dass der Hund durch eine Hecke springt – auch nicht der Angeklagte“, sagt Verteidigerin Eva-Maria Kampel. Der scharfe Staatsanwalt Andreas Winkler und der Anwalt von Amelies Familie, Wolfgang Kleibel, sehen es anders: Der Hund sei als aggressiv bekannt gewesen. „Avego“ sei zumindest zweimal zuvor schon über den Zaun gesprungen, halten sie dem Angeklagten vor.

Aggressiv
Und der Hund hatte schon im Herbst 2009 eine Frau angegriffen, die mit 17 Stichen genäht werden musste. „Das war eine Betrunkene, die den Vorfall provoziert hatte“, so die Verteidigung. Fakt ist: Manfred F. hatte vorgehabt, seinen Zaun zu erhöhen. „Ich hatte aber kein Geld dazu.“

Moralisch
Zumindest moralische Schuld räumte der Angeklagte aber doch ein: „Ich habe das Unglück ausgelöst, weil ich helfen wollte.“ Er hatte nämlich Amelie beim Spielen schreien gehört und wollte nachsehen, was passiert sei. „Avego“ war jedoch schneller. Der Prozess wurde zur Einvernahme von Zeugen vertagt.

Mutter im ÖSTERREICH-Interview:

ÖSTERREICH: Wie geht es Amelie jetzt?
Anna Reifberger: Ihr geht es gut. Vergangene Woche haben wir die letzte geplante Operation hinter uns gebracht. Es ist alles gut gegangen. Jetzt sind wir alle froh.

ÖSTERREICH: Was haben die Ärzte noch machen müssen?
Reifberger: Die Ärzte haben die Kopfhaut gespannt, sodass nun überall Haare sind. Amelie schaut noch recht wild aus: Sie hat an der Stirn eine Narbe von einer Schläfe zur anderen und noch Nähte im Kopf.

 

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