Groteske um Blutspende

Steiermark

Groteske um Blutspende

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Personen, die in der Steiermark Blut spenden wollen, dürfen davor nicht in Wien gewesen sein

„Haben Sie sich in den letzten vier Wochen für wenigstens eine Nacht in Wien aufgehalten? Dann bitten wir Sie, auf eine Blutspende zu verzichten!“ Dieses Mail vom steirischen Roten Kreuz verwundert nicht nur ÖSTERREICH-Leser Gerhard L. Auch viele andere Leute sind deshalb verwirrt.

West-Nil-Virus. Wer jetzt aber denkt, das steirische Rote Kreuz erlaubt sich einen Witz, oder gar, Wiener Blut werde von Steirern nicht ­vertragen, der täuscht sich. Christian Steinscherer, Leiter des Blutspendedienstes in der Steiermark, klärt auf: „Anfang September gab es in Wien einen West-Nil-Virus-Fall. Daraufhin hat das Gesundheitsministerium die Verordnung erlassen, dass Menschen, die in den letzten 28 Tagen in Wien gewesen sind, von der Blutspende ausgeschlossen sind.“

Während in Wien, Niederösterreich und im Burgenland mittlerweile das Blut mittels neuen Tests bereits im Vorhinein auf das Virus untersucht wird, es deshalb keinen Ausschlussgrund gibt, werden diese Tests in der Steiermark nicht gemacht. Steinscherer: „Es gibt viele Leute, die deswegen nicht zu uns kommen. Am besten wäre es, wenn diese Tests überall angeboten werden.“ Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen, löst grippeähnliche Symptome aus.

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