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Jede Hilfe zu spät

Lawinen-Opfer nach fünf Tagen gefunden

Nach fünftägiger Suche konnten Einsatzkräfte nur noch die Leiche des verschütteten Bergwanderers bergen.

Einsatzkräfte haben am Donnerstag die Leiche des 47-jährigen ungarischen Bergwanderers, der am Samstag auf dem Hochschwab in der Obersteiermark von einer Lawine verschüttet worden war, gefunden und geborgen. Der Mann war vor fünf Tagen mit einem gleichaltrigen Bergkameraden im sogenannten "G'hackten" auf rund 1.800 Metern Seehöhe unterwegs gewesen und dabei in eine Lawine geraten. Die Suche war wegen des schlechten Wetters am Wochenende unterbrochen und am Donnerstag fortgesetzt worden.

Schwierige Bergung
Donnerstag früh starteten drei Suchtrupps zu der Unglücksstelle. Jene Gruppe, die vom Gasthaus Bodenbauer - der Einsatzleitstelle - losgegangen war, um in den Unglückshang am sogenannten "G'hackten" zu gelangen, barg den Verschütteten. Aufgrund der "dürftigen" Wetterverhältnisse mussten die Männer den Toten "per Hand herunter tragen", bis es dem Hubschrauber des Innenministeriums möglich gewesen sei, den Leichnam des Ungarn mittels Bergeseil zu übernehmen, erklärte Gerd Würger, Einsatzleiter der Bergrettung. Insgesamt befanden sich 24 Mann der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei und der Bergrettung im Gelände. Die beiden anderen Suchtrupps waren von der Häuselalmhütte auf rund 1.500 Metern Seehöhe - zu der sich ein Trupp gestern schon aufgemacht hatte - bzw. von Seewiesen aus anmarschiert.

Der Versuch eines kleineren Sondiertrupps am vergangenen Sonntag, die Verhältnisse für eine größere Suchaktion abzuklären und die Unglücksstelle in rund 1.800 Metern Seehöhe zu lokalisieren, war erfolglos verlaufen. Auch mit dem eingesetzten Hubschrauber konnte kein Signal des GPS-Senders empfangen werden, den der Verschüttete bei sich getragen haben soll. Wegen zu hoher Lawinengefahr war die Suchaktion dann abgebrochen werden.

Der ungarische Staatsbürger war Samstagnachmittag mit einem 47-jährigen Bergkamerad unterwegs gewesen, als das Unglück geschah. Weil er etwas aus dem Rucksack holen wollte, war der Kamerad etwas zurückgeblieben - das hat ihm vermutlich das Leben gerettet: Als er wieder aufsah, war der Ungar unter der Lawine verschwunden. Nach dem Abstieg zu einem Gasthaus schlug der Überlebende Alarm.



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