WK Steiermark
Unbezahlter Urlaub statt Krankenstand als "Solidarbeitrag"
Der Obmann der Fachgruppe Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Steiermark, Hermann Talowski, hat eine Diskussion um eine Neuregelung des Krankenstands entfacht. Wer länger krank ist, solle dafür auch Urlaubstage opfern, schlug er gegenüber steirischen Medien vor. Bei einem Monat wären das zwei Urlaubstage, bei zwei Wochen einer, präzisierte er im APA-Gespräch. Er wünscht sich "einen runden Tisch mit den Sozialpartnern, wie wir die Lohnnebenkosten senken können".
In Österreich haben Arbeitnehmende mit dem ersten Tag des krankheitsbedingten Ausfalls einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Auch in Schweden werden Löhne und Gehälter im Krankheitsfall grundsätzlich weiterbezahlt. Allerdings ist der erste Krankenstandstag dort ein Karenztag, erkrankte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten also erst nach diesem Karenztag Krankengeld.
Runder Tisch mit Sozialpartnern gefordert
Der Fachgruppenobmann wünschte sich drei Monate vor der Wirtschaftskammerwahl den "entsprechenden runden Tisch mit den Sozialpartnern, um darüber und weitere Lösungen weiter nachzudenken". Wie viel Einsparungen der Vorschlag österreichweit tatsächlich für die Unternehmer bringt, konnte Talowski gegenüber der APA nicht beziffern.
Christian Jammerbund von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) kommentierte den Vorschlag - auch ohne Zahlengrundlage - mit harscher Kritik: "Ideen wie diese sind auf das Schärfste zurückzuweisen, denn Urlaub dient zur Erholung und zur Regeneration, und die Unternehmer vergessen an dieser Stelle gerne ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten", sagte er dazu gegenüber dem ORF Steiermark. Der Präsident der Arbeiterkammer Steiermark, Josef Pesserl, sah ebenfalls die Gefahr, "dass sich Beschäftigte krank zur Arbeit schleppen, sie andere anstecken oder die eigene Genesung verzögert wird".
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