Tempo 100

Streit um Wirkung der neuen Limits

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Wissenschafter sind sich einig: Tempo 100 bringt Verbesserungen für die Umwelt. Gegner meinen, dass der Pkw-Verkehr einen geringen Anteil an der Luftverpestung trägt.

An der Technischen Universität in Graz stellte ein Wissenschafter-Team mehr als 100 PKW auf den Prüfstand. Es galt herauszufinden, welchen Einfluss auf die Umwelt eine Temporeduktion von 130 km/h auf 100 km/h haben kann. Das Resultat: Die Schadstoffe wurden um 30 bis 40 Prozent verringert. Das gilt für den Feinstaub sowie für andere gefährliche Emissio­nen. Testleiter Stefan Hausberger: „Für die Bevölkerung neben der Autobahn bringt das eine enorme Verbesserung der Luftqualität. Doch weiter weg ist keine Änderung zu messen.“

Dem widersprechen die Autofahrerclubs vehement. Lydia Ninz vom ARBÖ meint etwa: „Die Reduktion wird inhaltlich falsch angegangen.“ Wenn an allen Tempo-100-Strecken Österreichs auch wirklich das Limit eingehalten würde, würden jährlich maximal 3,8 Tonnen Feinstaub eingespart: „Im Vergleich zur Belastung von insgesamt 45.000 Tonnen, die pro Jahr von der Industrie, vom Hausbrand und von LKW verursacht werden, ist das nicht einmal ein Promill“, so Ninz. Außerdem meint sie, alle wissenschaftlichen Tests seien unter Labor-Bedingungen entstanden. Im Freien, bei verschiedenen Wetterbedingungen gäbe es noch keine Messungen. Doch nur diese könnten verlässliche Daten liefern.

Einen Vorteil hat Tempo 100 auf jeden Fall: Der Spritverbrauch sinkt gegenüber 130 um fast ein Drittel.

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