„Technik funktionierte“

Taucher-Drama: „Er
stieg zu schnell auf“

Fehler bei Auftauchen - Nitsch bleibt im Spital.

Die Augen sind eingefallen, er wirkt schwach, aber trotzdem ziert ein leichtes Lächeln sein Gesicht. Das Foto von Herbert Nitsch (42) aus der Druckkammer des Spitals Naval in Athen sorgt bei Familie, Freunden und Fans für Erleichterung.

Der Wiener Extremtaucher, der am vergangenen Mittwoch beim „No Limits“-Tauchen im griechischen Santorin den Weltrekord von 244 Meter aufstellte, ist offensichtlich trotz des dramatischen „Deko-Unfalls“ und des künstlichen Tiefschlafs am Weg der Besserung. Bis er entlassen wird, dauert es jedoch noch einige Tage.

„Technik funktionierte“
In der ORF-Sendung Thema hat sich Phil Simha, Sicherheits-Chef des Weltrekordversuchs, nun geäußert. Er erlebte das Unglück in Griechenland live mit (siehe Interview rechts). Demnach rang Nitsch deshalb nach dem Auftauchen nach Luft, griff sich an den Kehlkopf und signalisierte dem Team Schwäche, weil er zu schnell aufstieg. Phil Simha in ORF-Thema: „Er hätte in der Tiefe von zehn Metern aus dem Schlitten herauskommen müssen, aber da hat er nicht wie geplant reagiert.“

Frage: Wie kam es zum Zwischenfall in Santorin?
Phil Simha:
Sicher ist, dass er die gewünschte Tiefe erreicht hat. Auf dem Rückweg gab es eine Aufstiegsgeschwindigkeit, die für seine Physiologie zu hoch war, sodass es dadurch zu der gesundheitlichen Komplikation gekommen ist. Er hätte in der Tiefe von zehn Metern aus dem Schlitten herauskommen müssen, aber da hat er nicht wie geplant reagiert. Deshalb sind die Sicherheitstaucher zu ihm und haben ihm zur Oberfläche ­assistiert.

Frage: Was genau war die Problematik beim Auf­tauchen?
Simha:
Die Technik hat reibungslos funktioniert. Der Unterschied zum Plan war, dass Herbert in 10 Metern Tiefe nicht alleine aus dem Schlitten rausgekommen ist. Da muss er normalerweise seinen Gurt aufmachen oder Risiken eingehen.

Frage: Wie ist das Befinden von Nitsch jetzt?
Simha:
Herbert sitzt auf dem Bett, lächelt, lässt alle, die sich um ihn sorgen, grüßen. Es ist ihm noch nicht ganz klar, was passiert ist, aber er weiß, wer er ist und was er macht.

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