Familie ausgelöscht

Die kranke Welt des Killers von Kitzbühel

Hühner geköpft, Katzen überfahren – Schütze Andreas E. soll Tiere gequält haben.
Tirol. Andreas „Andi“ E., der mutmaßliche Todesschütze im Fünffach-Mord von Kitzbühel, hat inzwischen vor einem Haftrichter zum zweiten Mal zugegeben, in den frühen Morgenstunden des 6. Oktobers seine Ex-Verlobte Nadine (19), deren Bruder Kevin (25), die Eltern Andrea (51) und Rupert H. (59) sowie Nadines neuen Freund Florian J. (24) erschossen zu haben.
 
Sein emotionslos vorgetragenes Geständnis macht sprachlos. Zumal der 25-Jährige zuvor niemals negativ ausgefallen sein soll. Das bestätigte sogar die Polizei, abgesehen von Kleinigkeiten. Und es sagten auch Freunde und seine Mutter. Doch: Es soll auch die andere Seite des Andreas E. geben, wie das Magazin News in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.
 

© privat

 
Demnach habe der Kitz-Killer schon immer eine sadistische Ader gehabt. Er soll mit seinem Auto absichtlich Katzen totgefahren haben. Er sei in Bauernhöfe eingedrungen, um Hühner zu köpfen und Katzen anzuzünden. Er habe andere mit Mord bedroht und ihnen eine Machete an den Hals gehalten.
 

Killer bezeichnete
 sich als "verwitwet"

 
Gesichert ist, dass Andi E. rechtem Gedankengut nahestand. Er schmückte sich mit der Konföderierten-Flagge, die vor allem Rechtsextreme der US-Südstaaten verwenden. Schon als Jugendlicher trat er in die FPÖ ein, arbeitete in der Stadtparteileitung. Ob all dies tatrelevant ist, muss das psychiatrische Gutachten der Sachverständigen Heidi Kastner klären.
 
Beziehungs-Status. Noch Rätsel gibt den Ermittlern das inzwischen gelöschte Facebook-Profil des Tatverdächtigen auf. Unter Beziehungsstatus gab Andreas E. „verwitwet“ an. Wann hat er das geschrieben? Bevor Nadine starb – dann war der Tod des Mädchens geplant. Nach der Tat hatte er hierzu kaum die Zeit.
 
Die Anklage gegen den 25-Jährigen, für den die Unschuldsvermutung gilt, soll erst nächstes Jahr erhoben werden.
 
 

Gutachterin soll Schuldfähigkeit des Tatverdächtigen untersuchen

 
War Andreas E. zurechnungsfähig? Ein Gutachten soll dies jetzt klären.
 
NÖ/OÖ. Die Linzerin Heidi Kastner ist die renommierteste psychiatrische Gerichtssachverständige des Landes. Sie wurde beauftragt, den mutmaßlichen Todesschützen von Kitzbühel zu untersuchen. Entscheidende Fragen: War Andreas E. zum Zeitpunkt der Taten zurechnungsfähig? Leidet er an einer geistigen Störung, durch die er auch in Zukunft eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnte?
 
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Ermittlungen spricht nichts für eine Unzurechnungsfähigkeit des dringend Tatverdächtigen. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen eine Tatrekonstruktion im Haus der ermordeten Familie in Kitzbühel angeordnet. Darüber entscheidet das Gericht.
 
Neben letzten Ermittlungen der Polizei durch Befragung von Bekannten des Täters und der Opfer werden Internet-Postings zur Tat bezüglich strafbarer Handlungen ausgewertet.
 
Familie H. wird am Montag beigesetzt, Eishockeyspieler Florian am Dienstag.

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