Zwei Jahre Haft

Koks-Raser mit 250 km/h tötete schon einmal

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Rein rechtlich wäre nicht mehr drinnen gewesen – auch wenn der Ruf nach einer höheren Strafe heftig diskutiert wird.

Tirol. Es geht um den Todbolzer von der Brandbergstraße, der im Dezember 2020 mit dem übermotorisierten Firmenwagen seiner Lebensgefährtin – einem 625 PS starken BMW M 5 – im später nachgewiesenen Alk- und im Koksrausch eine Irrsinnsfahrt hinlegte, die von der Datenbox des Wagens penibel aufgezeichnet wurde: Wie berichtet, beschleunigte der Fahrer im Tunnel auf der Landstraße im Hinteren Zillertal auf 250 km/h. Danach hob der Straßenbolide ab und krachte mit 167 km/h gegen einen Baum. Das völlig zerstörte Wrack kam kopfüber in einem Bachbett zu liegen. Beifahrer Stefan A. (32, ein Vater zweier Töchter) erlag im Spital seinen Verletzungen.

Am Freitag wurde dem Koks-Raser der Prozess gemacht, an dessen Ende er zwei Jahre Haft (nicht rechtskräftig) ausfasste. Eine in den Augen vieler zu milde Strafe, wenn man die Vorgeschichte des Angeklagten berücksichtigt.

Mit 22 bei Suff-Fahrt Passanten niedergemäht

Demnach gab Andreas L. bis zuletzt vor Gericht vor, sich an nichts erinnern zu können und unterstellte dem Verstorbenen, dessen Familie mit verzweifelten Gesichtern dem Prozess beiwohnte, sogar, dass dieser gefahren sein könnte – obwohl Gutachter das definitiv ausschließen.

Zudem wurde bekannt, dass der 37-Jährige schon einmal 2004 in Reith im Alpbachtal mit einem Subaru Justy betrunken einen Autounfall gebaut hatte, bei dem ein Passant getötet wurde. Damals beging er Fahrerflucht und wurde erst mittels Öffentlichkeitsfahndung ausgeforscht – er kam mit vier Monaten bedingt davon. Dazu kommen mehrere Vermerke wegen Schlägereien nach Alk- und Drogengenuss. Immer ohne Haft.

Rein rechtlich wäre es diesmal möglich gewesen, wegen grober Fahrlässigkeit drei Jahre Gefängnis zu verhängen. Die Richterin beließ es bei zwei. Den Hinterbliebenen muss L. überdies 28.000 Euro zahlen. Er nahm das Urteil ohne Gefühlsregung zur Kenntnis.

(kor)

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