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Seisenbacher: Das spektakuläre Ende seiner Flucht

Knalleffekt um den von der österreichischen Justiz wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen gesuchten Ex-Judoka Peter Seisenbacher.

 

 

Der 59-jährige zweifache Olympiasieger hatte sich vor seinem Prozess in Wien in die Ukraine abgesetzt. Die Vorfälle, die Seisenbacher zur Last gelegt werden, sollen sich zwischen 1997 und 2004, als der 59-Jährige in einem Judo-Verein als Trainer arbeitete, zugetragen haben. Seisenbacher soll zwei im Tatzeitraum unmündige Mädchen missbraucht haben, eine weitere Jugendliche wehrte ihn laut Anklage ab, als er zudringlich wurde. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Seisenbacher tauchte mehrmals in Kiew unter

Im August 2017 wurde Seisenbacher in Kiew gefasst. Obwohl Österreich seine Auslieferung beantragte, wurde diese abgelehnt. Denn in der Ukraine war der ihm angelastete sexuelle Missbrauch nach zehn Jahren verjährt.

Als sich die Rechtslage in der Ukraine heuer im Frühjahr änderte und er abgeschoben hätte werden können, tauchte der Ex-Judoka erneut unter. Vergangenen Samstag soll Seisenbacher versucht haben, mit einem gefälschten Pass von der Ukraine nach Polen einzureisen. Dabei wurde er erwischt, den Behörden in Lwiw (Lemberg) übergeben, die entschieden, ihn nach Österreich auszuliefern.

Einlieferung in die JVA 
Josefstadt am Donnerstag

Nach der jetzigen Inhaftierung wollte Seisenbacher auch freiwillig nach Österreich zurück. Donnerstagnachmittag saß er in Begleitung von zwei österreichischen Kriminalbeamten im Flieger nach Wien, wurde später in die Justizanstalt Josefstadt gebracht.

Binnen 48 Stunden wird nun über die Verhängung der U-Haft entschieden. Das Missbrauchs-Verfahren war nach Seisenbachers Flucht abgebrochen worden. „Es kann jederzeit formlos fortgesetzt werden“, erklärte Gerichtssprecherin Salzborn. Strafrechtlich hat Seisenbachers Flucht keine Auswirkung.

Seisenbachers Anwalt Bernhard Lehofer wollte die Causa vorerst nicht kommentieren. Er werde seinen Mandanten heute Vormittag besuchen, so Lehofer zu ÖSTERREICH.

Die Chronologie des Falls Seisenbacher

  • Herbst 2013: Die Staatsanwaltschaft beginnt Ermittlungen gegen Seisenbacher wegen des Verdachts schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen.
  • Oktober 2016: Anklage.
  • 19. 12. 2016: Seisenbacher erscheint nicht zur Verhandlung in Wien, danach wird er mit Europäischem Haftbefehl gesucht.
  • 1. 8. 2017: Festnahme in einer Wohnung in Kiew.
  • 8. 9. 2017: Seisenbacher kommt bei laufendem Auslieferungsverfahren frei.
  • 6. 10. 2017: Ukraine lehnt Auslieferung Seisenbachers ab.
  • März 2019: Neues Auslieferungsgesuch nach Änderung der Rechtslage in der Ukraine. Aber Seisenbacher ist erneut untergetaucht.
  • 7. 9. 2019: Beim Versuch, mit einem gefälschten Pass von der Ukraine nach Polen zu reisen, wird Seisenbacher festgenommen. Entscheidung zur Auslieferung – er selbst will nun auch zurück nach Österreich.
  • 12. 9. 2019: Zielfahnder des BKA übernehmen ihn in Lwiw, Ukraine, Flug nach Wien – Einlieferung in JVA Josefstadt.

Vom zweifachen Olympiasieger zum Angeklagten

Im Alter von sechs Jahren begann Peter Seisenbacher mit dem Judo – später schrieb der gebürtige Wiener und gelernte Goldschmied (Jahrgang 1960) Sportgeschichte: Als erster Judoka aus Österreich wurde er 1984 in Los Angeles Olympiasieger, vier Jahre später gelang ihm in Seoul die Titelverteidigung – das hatte vor ihm noch kein Judoka geschafft. Seisenbacher war auch Welt- und Europameister (1985 bzw. 1986), wurde drei Mal als Österreichs Sportler des Jahres ausgezeichnet.

Trainer. Nach seiner aktiven Karriere war Seisenbacher bis 1992 Generalsekretär der österreichischen Sporthilfe, danach arbeitete er als Trainer des Herren-Nationalteams – stets streitbar, weil angeblich oft unbeherrscht. Ab 2010 trainierte er die Georgier, danach das Team von Aserbaidschan.

Anklage. Seit 2013 ermittelte die Staatsanwaltschaft Wien gegen Seisenbacher – er soll in seinem Wiener Judo-Verein drei zu der Zeit minderjährige Mädchen missbraucht bzw. belästigt haben. Im Oktober 2016 wurde Anklage erhoben – dem Prozess entzog sich der Ex-Judoka durch Flucht in die Ukraine.

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