Auf Straße erstochen:

Deshalb musste 24-Jähriger sterben

Einen Tag nach der Bluttat auf der Inzersdorfer Straße in Wien konnte die Polizei das Motiv für die Tat herausfinden.

In einer Wohnung in der Inzersdorfer Straße in Wien-Favoriten kam es am Freitag gegen 22.30 Uhr zu einem Streit zwischen zwei polnischen Staatsbürgern (24, 26), der sich in weiterer Folge auf die Straße verlagerte. Ein Bekannter der beiden Männer, der ebenfalls in der Wohnung war, folgte ihnen und wurde unmittelbarer Zeuge eines Mordes.

Nur wenige Minuten, nachdem sie zum Streiten vor das Wohnhaus gegangen waren, zog der Ältere ein Klappmesser, attackierte und verletzte seinen Kontrahenten am Oberarm und im Halsbereich. Danach verstummten die Schreie, die mehrere Anrainer auf das ­Geschehen aufmerksam gemacht hatten.

© privat
messer mord

Zeugin: "Das alles ist 
wie in einem Albtraum"

Eine von ihnen war Cornelia L., die ihr Fenster öffnete, um zu sehen, was los ist. „Ich glaubte zuerst, dass vielleicht jemand von einem Hund gebissen wurde, weil es hier viele Leute mit Hunden gibt, die abends Gassi gehen. Dann sah ich, wie ein Mann unten stand, blutete und seine offene Hand an den Hals drückte. Kurz darauf kam ein Nachbar mit einem Bademantel auf ihn zugelaufen und drückte diesen in die Wunde. Eine weitere Dame versuchte, ihn zu beruhigen. Der Mann brach aber zusammen. Dass er tot ist, ist schrecklich. Das alles ist wie in einem Albtraum.“

Zeugin Cornelia L. 

© L. Eckhardt
Deshalb musste 24-Jähriger sterben

Der 24-Jährige verstarb kurz nach seiner Einlieferung im Krankenhaus trotz mehrerer Wiederbelebungsversuche. In der Zwischenzeit versuchte sich der 26-Jährige aus dem Staub zu machen, bog in die nächste Querstraße, die Knöllgasse, ein und warf dort das Messer weg. Wenige Hundert Meter weiter, in der Braunspergengasse, holte ihn die Polizei aber ein und nahm ihn fest.

Motiv geklärt

Der 26-Jährige war blutverschmiert und leistete keinen Widerstand. Er ist auch nicht amtsbekannt. Ein Alkoholtest verlief bei ihm negativ. Seine Einvernahme war für Samstag geplant. Die Tatwaffe stellte die Polizei kurze Zeit später sicher. Über die polnische Botschaft wurden die Angehörigen des Opfers bereits verständigt. Laut Polizei dürften sich die Männer schon länger gekannt haben. Das sagte ­zumindest der Freund, der mit dem 24-Jährigen und 26-Jährigen in der Wohnung war. 

Nach der Einvernahme des Verdächtigen wurde einen Tag später auch das Motiv für die Bluttat geklärt. Es soll sich laut seiner Aussage um Streitigkeiten um die gemeinsame Wohnsituation gehandelt haben. Der 26-Jährige war gemeinsam mit dem Opfer und dem Zeugen vor gut einem Monat nach Wien gefahren.

(Larissa Eckhardt)



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