Clan-Chef wieder wegen Ehrenmord vor Gericht

Jetzt droht Türken lebenslange Haft

Clan-Chef wieder wegen Ehrenmord vor Gericht

Ein verurteilter Bestimmungs­täter steht am Donnerstag erneut wegen Auftragsmord vor Gericht.

Wien. Die Vorgeschichte: ­Metin A. (55) hatte für seine beiden blinden Kinder Ehen arrangiert, doch dann verliebten sich ausgerechnet die Partner seiner Tochter und seines Sohnes ineinander und zeugten sogar ein Kind. Im Vorjahr wurde der in seiner Ehre zutiefst gekränkte Hausbesitzer in Wien und in der Türkei zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er über einen Geschäftspartner (der auch eine lange Haftstrafe kassierte) einen Auftragskiller in Bosniern organisiert hatte. Der gedungene Killer bekam kalte Füße – er verriet den Plan und kam ins Zeugenschutzprogramm. Der OGH reduzierte die Strafe von Metin A. auf 20 Jahre – und wird die Entscheidung vermutlich bereuen:
 
Ausspioniert. Denn wie sich herausstellte, soll der fuchsteufelswütende Clanchef den Mordauftrag ein zweites Mal vergeben haben – diesmal über Bauleiter Enes P. (59, vertreten von Anwalt Normann Hofstätter) und dessen Sohn Maid. Die beiden sollen gegen ein Honorar von 15.000 Euro wiederum in Bosnien einen Auftragsmörder gesucht und gefunden haben, der um 30.000 Euro bereit war, die vom anderen vermasselte Auftragstat endlich auszuführen. Der zweite Killer spionierte sein ausgesuchtes Opfer in Wien tagelang aus – überlegte es sich ebenfalls, fuhr wieder heim, packte aber gegenüber den Behörden aus.
 
Man kann gespannt sein, wie sich der von Staranwalt Werner Tomanek verteidigte Immobilientycoon (dem endgültig lebenslang droht) und seine beiden Mitangeklagten verantworten werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.(kor)

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