Terror in Wien: Nach nur 
9 Minuten war Attentäter tot

Ab 20 krachten Hunderte Schüße durch City

Das Terror-Protokoll von Wien: Nach 9 Minuten war Attentäter tot

Die Ermittler arbeiten an einem Protokoll der Terror-Nacht. Die bisherigen Infos:

Die Lokale in der Wiener Innenstadt waren Montagabend restlos ausgebucht. Zehntausende Menschen planten ein finales Dinner vor dem Lockdown.

20 Uhr: Gewehr wird 
auf Lokalgäste gerichtet

➔ Opfer. Wenige Augenblicke nach 20 Uhr, die meisten Lokalgäste haben gerade ihre Hauptspeisen bestellt, krachen erste Schüsse durch die Wiener Innenstadt. Ein junger Mann, hell bekleidet, richtet in dem bei Nachtschwärmern beliebten Bermudadreieck seine Kalaschnikow auf den Gastgarten des In-Lokals Salzamt. Panik bricht aus, Tische stürzen um, die Menschen drängen nach innen. Am Ruprechtsplatz bricht eine Kellnerin blutüberströmt zusammen. Sie ist das erste Todesopfer des 20-jährigen IS-Terroristen Kujtim F.

➔ Notruf. Ein Notruf geht bei der Polizei ein. Sofort werden alle verfügbaren Beamten hingeschickt.

20.03 Uhr: Jüdische 
Einrichtungen im Visier

➔ Synagoge. Der Nordmazedonier Kujtim F. wendet sich als Nächstes Richtung Seitenstettengasse. Hier befindet sich neben vielen Lokalen auch die größte ­Synagoge der Republik. Der Terrorist feuert sein Gewehr in Richtung des Gebetshauses. Er entlädt einige Salven vor dem koscheren Lokal Alef-Alef. Zeugen sprechen von „bis zu hundert Schüssen, es hat sich angehört wie Silvesterkracher“. Es kommt zu einem ersten Schusswechsel mit Beamten. Ein Streifenpolizist wird verletzt.

20.05 Uhr: Panik am 
zentralen Knotenpunkt

➔ Panik. Der Mann rennt weiter zum Schwedenplatz, einem großen Knotenpunkt der öffentlichen Verkehrsmittel. Hier treffen sich jeden Abend Hunderte Jugend­liche. Der Mann feuert auf die Menschen. Immer mehr bleiben verletzt liegen. Eine der Personen, die hier getroffen wird, stirbt in der Nacht an den Verletzungen. In der ganzen Innenstadt sind die Schüsse zu hören, Menschen laufen um ihr ­Leben. Sie verstecken sich in fremden Wohnungen und Lokalen.

20.09 Uhr: Polizei setzt Terroristen außer Gefecht

➔ Polizei trifft ein. Der Täter biegt jetzt um die Ecke, läuft Richtung Morzinplatz. Nach etwa hundert Metern stehen ihm Polizisten gegenüber. Sie liefern sich ein Feuergefecht. Ein 28-jähriger Beamter wird schwer verletzt. Irgendwie schafft es Kujtim F., die Stufen neben der Ruprechtskirche, der ­ältesten Kirche Wiens, hinaufzulaufen. Er steht am Anfangspunkt, direkt vor dem Lokal, in das er seine ersten Schüsse abfeuerte. Bis jetzt dauerte der Terrorakt genau neun Minuten. Es ist 20.09 Uhr, als der Mann tödlich von einer Polizei­kugel getroffen wird.

Bis 1 Uhr: Berichte über Schüsse und Geiseln

➔ Noch ein Toter. Die Gerüchteküche brodelt. Aus ganz Wien kommen die Nacht über weitere Terrormeldungen: Schüsse am Stadtpark, Explosion in der Donaustadt, Geiselnahme auf der Mariahilfer Straße. Vieles davon ist unwahr, einiges noch unklar. Fix ist aber: Am Fleischmarkt wird ein weiteres Opfer gefunden.

8.00 Uhr: Gespenstisch ruhig ist es in der City

➔ Razzien. Am Tag danach ist es in der Innenstadt ­gespenstisch ruhig. Kränze liegen am Tatort. Währenddessen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Der Wohnsitz des Täters wird durchkämmt. In Wien und St. Pölten werden Männer festgenommen. Der Terroralarm bleibt aufrecht. VP-Innenminister Karl Nehammer: „Wir wollen ausschließen, dass es einen zusätzlichen Täter gibt.“ Dennoch bleibt die hohe Sicherheitsstufe aufrecht.



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