Ehemann Schere in Kopf gerammt: Zehn Jahre Haft

Geschworenenprozess in Wien

Ehemann Schere in Kopf gerammt: Zehn Jahre Haft

Die Angeklagte versuchte, das Gericht von ihrer Unfall-Version zu überzeugen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Am Landesgericht hat sich am Freitag eine Ungarin (29) und Mutter eines Bubs verantworten müssen, die ihren Ehemann (34) lebensgefährlich mit einer Schere verletzte.

Die Tat trug sich am 18. August in einer Wohnung in Wien-Simmering zu. Die Klinge der Schere drang bis in die Schädelhöhle durch und verletzte die Hirnhaut. Das Opfer überlebte nur hauchdünn.
Die 29-Jährige sprach von einem Unfall. Sie hätte die Schere im Ärger weggeworfen und nur durch Zufall ihren Mann getroffen. Auch weil die Frau nach dem „¬Unfall“ nicht die Rettung rief, stattdessen Handyfotos machte und Freunden schickte, geht die Staatsanwaltschaft von einer Tötungsabsicht aus. Das Opfer rief selbst Hilfe.

Am Tag vor der Tat war der 34-Jährige aus dem Gefängnis entlassen worden. Er hatte eine Haftstrafe wegen eines Drogendelikts abgesessen. In der Zwischenzeit lernte die Ungarin einen anderen kennen. „Sie wollte ihren Mann loswerden“, glaubte der Staatsanwalt. Am Ende befanden die Geschworenen die Frau für schuldig. Das Urteil fiel vergleichsweise mild aus: 10 Jahre Haft für die 29-Jährige, die dreit Tage Bedenkzeit erbat. Es ist daher noch nicht rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung.
 

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