Neuer Zeuge packt aus
Fall Leonie: 13-Jährige in Todesfalle gelockt
Wien/NÖ. So sagt ein Freund der Clique in seiner Einvernahme aus: „Sie haben ein Mädchen, das einer von ihnen, nämlich der 16-Jährige, auf Instagram kennengelernt hat, von Tulln nach Wien gelockt. Dann haben sie das Mädchen mit Ecstasy wehrlos gemacht und in die Wohnung des 18-Jährigen gebracht und vergewaltigt.“
Die Indizien mehren sich, dass die NMS-Schülerin – die von einem Freund in der Nacht auf den 26. Juni zum Schwedenplatz gebracht wurde und dort auf der Partymeile Donaukanal auf drei ihrer späteren Peiniger traf – möglicherweise ohne dass sie es wusste, mit Ecstasy gefügig gemacht wurde.
Gestreckt. Eine Ex-Freundin des 18-jährigen Wohnungsmieters, in dessen Gemeindebauunterkunft die Hölle über Leonie hereinbrach: „Einige Afghanen strecken ihr Marihuana, indem sie GHB oder Liquid Ecstasy drauftröpfeln. Die Konsumenten werden damit schneller abhängig, neigen zu Halluzinationen, die Stimmungen schwanken, und man wird extrem offen. Frauen lassen dann Sachen zu, die sie sonst nicht machen würden.“ Experten kennen ein anderes Wort dafür: Vergewaltigungsdroge.
Tränen. Jedenfalls wäre damit zu erklären, warum einer der letzten einheimischen Freunde, der sie am Donaukanal sah, sagt, sie wäre um 0.30 Uhr gut drauf gewesen („Sie meinte: ‚Ich komm in 20 Minuten wieder, muss nur schnell etwas besorgen“), während ein anderer Leonie eine halbe Stunde später in Tränen aufgelöst sah. Da seufzte sie, dass es ihr gar nicht gut gehe.
Und doch ging sie mit den drei Afghanen mit. Was dann in der Wohnung von Armini Haji I. in der Donaustadt genau passierte, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Der 18-jährige Hadji I. behauptet, dass er mit den von ihm ins Spiel gebrachten mutmaßlichen Vergewaltigungen durch den 16-jährigen Ali Sena H. und Rasuli „den Boxer“ Z. (22) nichts zu tun habe. Er habe es nur unterlassen, ihr zu helfen, habe ihre Hand gehalten, ihre Tränen gesehen und sich gewundert, dass sie dauernd mit sich selbst sprach – nach bis zu elf in Getränke gemischten Ecstasy-Tabletten!
Dealer. Den Drogennachschub soll in den Morgenstunden Shahed S. (23), der mit dem E-Scooter vom Prater herüberkam, gebracht haben. Auch er soll brutal über die 13-Jährige hergefallen sein, leugnet aber, überhaupt in der Wohnung gewesen zu sein. Der Mieter wird wiederum vom Freund der Clique belastet: „Er hat sie mit Kondom vergewaltigt.“ Für alle gilt die Unschuldsvermutung.
Duo flog hochkant aus Wiener MMA-Fighter-Club
MMA-Coach Georg Schober, der viele tschetschenische und afghanische Schützlinge hat und gewaltpräventive Verpflichtung sehr ernst nimmt, zu ÖSTERREICH: „Ich habe beide 2019 aus meinem Club entfernt, da einer der beiden mich hintergangen hat und Kämpfe ohne mein Okay bestreiten wollte. Da dieser Junge von seinen Leistungen und von seinem sozialen Verhalten weit entfernt war, einen Kampf zu bestreiten, hatte ich es ihm nämlich untersagt.“
Der Trainer weiter: „Als ich dann noch von ihren kriminellen Handlungen hörte, habe ich gesagt, dass sie nicht mehr kommen brauchen.“ Wie berichtet, gerieten sowohl der heute 18-jährige Armini I. als auch sein Kumpel und Mitbewohner Z. (22) durch diverse Drogenvergehen mit dem Gesetz in Konflikt. Jeder von ihnen war fast ein Dutzend Mal angezeigt und drei Mal verurteilt – und beide waren noch im Land, obwohl sie längst abgeschoben hätten werden müssen.
Der Ältere hat Österreich jedenfalls jetzt selbst verlassen – bei seiner Flucht als zweiter Hauptverdächtiger im Fall Leonie. Er borgte sich von allen Freunden Geld aus und nahm einen Zug nach Innsbruck. Dort verliert sich seine Spur. Nach Hinweisen, dass er in Deutschland oder Italiensein könnte, heißt es in der Community, dass der „Boxer“ wohl in Frankreich sei.
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