In den letzten Februartagen sorgten alarmierende Berichte aus der Lobau für große mediale Aufmerksamkeit. Nachdem die Eisdecke auf den Gewässern der Unteren Lobau abgeschmolzen war, bot sich ein erschütterndes Bild: Große Mengen qualvoll erstickter Fische kamen zum Vorschein.
Gutachten der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Magistratsabteilung 49 (MA 49) zufolge sind rund 1.000 Fische im Jänner in der Unteren Lobau erstickt. Die Gründe dafür seien der niedrige Wasserstand, die lang anhaltende Eisdecke und die Freisetzung von Faulgasen gewesen, bestätigte die MA 49 der APA. Die Umweltschutzorganisation WWF fordert einmal mehr, mehr Wasser in das Gewässer zu leiten.
"Das sollte ein Weckruf für die Wiener Stadtregierung sein. Wenn sie nicht bald vom Reden ins Handeln kommt, werden tragische Massensterben künftig häufiger auftreten. Ohne Rettungspaket droht die Untere Lobau zu vertrocknen und völlig zu verschlammen", sagte Michael Stelzhammer vom WWF.
Rettungspaket für Untere Lobau gefordert
Zu den Maßnahmen des geforderten Rettungspakets zählt laut WWF vor allem, Wasser von der Oberen in die Untere Lobau weiterzuleiten, um die ausgetrockneten Flächen wiederzubeleben. Zudem brauche es gezielte Renaturierungsmaßnahmen. Demnach könnte die Untere Lobau an die Donau angebunden und das Flussbett mit Schotter aufgeschüttet werden, um den Wasserspiegel der Donau zu heben und so die Au-Gewässer im Nationalpark weiter mit Wasser zu versorgen.
Im Jänner machten Passantinnen und Passanten auf zahlreiche Fischkadaver im Schönauer Wasser aufmerksam. Daraufhin wurden die Gutachten in Auftrag gegeben.
Grüne: "Weckruf für Politik und Gesellschaft"
Das Fischsterben in der Lobau ist mehr als ein tragischer Einzelfall. Es ist ein deutliches Warnsignal für die zunehmende Beeinträchtigung eines sensiblen Ökosystems. Die Lobau ist nicht nur ein bedeutendes Natur- und Erholungsgebiet für Wien, sondern auch ein zentraler Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes. "Ohne entschlossene Maßnahmen zur Wiederherstellung einer funktionierenden Wasseranbindung drohen weitere ökologische Schäden", warnen die Grünen Donaustadt.