Doppelmord Renata Aliz

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Keine Spur nach Doppelmord an Mutter und Tochter

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Wo versteckt sich der untergetauchte Mahmoud N.? Verwandte und Freunde von ihm leben in halb Europa. 

Wien. Wenn man sich das Facebook-Profil des mutmaßlich Verdächtigen anschaut, hat er vor allem Kontakte in Deutschland und in Holland, zu denen der 49-Jährige relativ unkompliziert mit einem Auto oder dem Zug abgerauscht sein könnte. Entdeckt wurde das entsetzliche Verbrechen an Renata Ö. (32) und ihrer Teenager-Tochter, der 15-jährigen Aliz, am Donnerstag um 17.15 Uhr. Passiert sein dürfte die Tat in der Nacht davor. Nur so viel war bisher offenbar aus den völlig verstörten überlebenden Brüdern Emirhan und Harun (9 und 7) herauszubekommen – eben dass der aktuelle Freund der Mutter am Vorabend zu Besuch da gewesen war.

Schulfreier Tag geriet ­völlig aus den Fugen

Ärztin. Die Buben schliefen im Kinderzimmer, und als sie am Morgen erwachten, war die Tür zum Schlafzimmer der Mutter zugesperrt. Ganz ruhig war es in der Wohnung in Mariahilf, und von der Mutter und der großen Schwester war nichts zu hören und sehen. Niemand machte Frühstück oder kochte zu Mittag. Für die Kinder und die Schwester wäre es ein ganz normaler schulfreier Ferientag gewesen, und die aus Ungarn stammende Mama, die Mindestsicherung bezieht, hätte ebenfalls daheim sein müssen. Zum leiblichen Vater der Buben, einem Türken, bestand zuletzt wohl kein Kontakt.
Wie isoliert diese Zuwanderfamilie auch im Haus in der Mollardgasse lebte, zeigt, dass die verstörten Knaben am Nachmittag – als ihnen dämmerte, dass irgendetwas passiert sein musste und nichts mehr in Ordnung war – sich nicht an die Nachbarn wandten, sondern zu jener Augenärztin gingen, die Emirhan, der Probleme mit der Sehkraft hat, schon länger betreut.

Warum hat er nur die beiden Buben verschont?

Wie berichtet, schlug die Augenärztin bei der Polizei Alarm, weil sie die Mutter am Handy nicht erreichen konnte. Beamte begleiteten die Kinder nach Hause, wo diese schließlich die schlimme Wahrheit mitbekommen haben müssen. Sie werden von Psychologen und Jugendamt intensiv betreut. Die Kriminalpolizei indes versucht den verdächtigen Mahmoud N., der die beiden Frauen ge­tötet haben soll und die Buben verschont hat, schnell ausfindig zu machen. Es gilt die Unschuldsvermutung.(kor)  

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