Leiterin nicht mehr tätig

Missbrauchs-Verdacht in Kindergarten: Erste Konsequenzen

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Nach Missbrauchsverdachtsfällen in einem Kindergarten in Wien-Penzing wurden nun erste Konsequenzen gezogen. Die Leiterin soll nicht mehr an dem Standort tätig sein.

Wien. Nach Bekanntwerden von Missbrauchsverdachtsfällen in einem Wiener Kindergarten hat die Stadt Maßnahmen angekündigt. "Es wird eine neue Leitung am Standort in Penzing geben", sagte der zuständige Stadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) am Freitag bei einer Pressekonferenz. "Die alte ist nicht mehr im Dienst." Es soll außerdem ein Kinderschutzkonzept für die städtischen Kindergärten ausgearbeitet und die Standards erhöht werden.

Es "ist klar, dass wir unmittelbar handeln müssen", betonte Wiederkehr. Das Vertrauen der Eltern ist zerrüttelt, habe ein Elternabend gestern gezeigt. "Vor allem auch, weil Kommunikation mit den Eltern nicht zufriedenstellen gelaufen ist." Es sei seine Aufgabe, so Wiederkehr, dieses Vertrauen wieder herzustellen.

Die von der Stadt eingesetzte unabhängige Kommission, soll nun lückenlos analysieren und Aufklärung betreiben - "über den Fall, aber auch um für die Zukunft zu lernen", betonte der Stadtrat. Der Fall selbst sei "sehr komplex".

Ermittlungen wegen vier möglichen Missbrauchsfällen

Der mögliche Missbrauch von Kindern in einem städtischen Kindergarten in Wien-Penzing durch einen Pädagogen zieht weitere Kreise. Die Staatsanwaltschaft Wien hat am Donnerstagnachmittag auf APA-Anfrage bekannt gegeben, dass es einen weiteren Verdachtsfall gibt. "Es ist eine weitere Anzeige bei uns eingelangt", sagte Sprecherin Nina Bussek. Damit wird nun in vier möglichen Missbrauchsfällen ermittelt.

Anfang der Woche wurde bekannt, dass in einem städtischen Kindergarten vor 13 Monaten ein Pädagoge ein Kind mutmaßlich missbraucht haben soll. Dann folgten zwei weitere mögliche Fälle und nun der nächste. Nach Bekanntwerden des ersten Verdachtsfalls - die Eltern suchten das Gespräch mit der Kindergartenleitung - wurde die Staatsanwaltschaft eingesetzt und der Mann in den Innendienst versetzt. Die Eltern der anderen Kinder am Standort erhielten jedoch vorerst keine Information, das geschah erst kürzlich.

Scharfe Kritik an zuständige Magistratsabteilung

Dies führte zu scharfer Kritik an der für die Kindergärten zuständigen Magistratsabteilung 10 (MA 10). Einerseits geht es um den Umstand, dass die Eltern erst jetzt, so viele Monate später, über den Missbrauchsverdacht informiert wurden, andererseits fühlen sich Eltern nun offenbar mit der Situation allein gelassen.

Die Leiterin der MA 10, Daniela Cochlar, wies in den vergangenen Tagen Vertuschungsvorwürfe zurück. So sagte sie Medienberichten zufolge, es werde von Fall zu Fall entschieden, wie informiert werde. Im Gespräch mit der APA betonte Cochlar, dass man das Beste tue, um Licht in die Sache zu bringen: "Wir nehmen das wirklich ernst." Für Donnerstagabend war ein Elternabend für die Familien vom betroffenen Standort organisiert. Dieser fand auf Bitte der Eltern unter Ausschluss der (Medien-)Öffentlichkeit statt.

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