Plan auf WhatsApp

Volksschul-Mädchen drohten, Sportlehrer zu töten

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Eine zutiefst verstörende Geschichte soll sich an einer Volksschule in Floridsdorf abgespielt haben. Drei unter 10-jährige Mädchen besprechen auf WhatsApp, wie sie den Sportlehrer "abstechen" wollen, weil der zu streng sei. Eine Mutter, die das aufdeckte, bekam nichts als Scherereien.

Wien. Wenn man die in mäßigem Volksschuldeutsch geschriebenen Nachrichten liest und anschaut, glaubt man es zuerst gar nicht: Alles beginnt mit Videos von einer Puppe, die mit einer Schere "umgebracht" wird. Danach geht es dem Sportlehrer in der WhatsApp-Gruppe der Kinder, die alle in eine vierte Klasse gehen, an den Kragen:

Eine findet, dass besagter Lehrer zu "schreng" sei, womit sie wohl "streng" meint, die zweite tippte "Ja, ich hasse ihn, er ist mein nächstes Opfer", die Dritte betont, dass sie mitmacht,  dann folgen viele Totenköpfe. Später steht zu lesen, dass eine den Lehrer ablenken wird und die Freundin "bringt ihm um". "Von hinten mit Messer". Der Fluchtplan, wenn sie erwischt werden: "Rennen so schnell wie möglich nach Afrika". Ein Bub, der mitliest und Einspruch erhebt, bekommt auch gleich den Zorn der Mädchen-Gang ab: "Fresse, sonst bist du der nächste".

Volksschul-Mädchen drohten, Sportlehrer zu töten
© oe24
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Mutter deckte Komplott auf

Aufgedeckt und möglicherweise verhindert wurde das Komplott von der Mutter einer Klassenkameradin, die mit dem Mädchentrio schon seit längerem Probleme hat, und die die über das Handy ihrer Tochter mitlas - und geschockt reagierte: "Ich sprach mit der Frau Direktorin, mit der Klassenlehrerin, mit der Freizeitpädagogin und einer Psychologin. Ich wurde nur belächelt und alle sagten, das sei nur ein 'Spaß' gewesen, was die Kinder geschrieben hätten." Daraufhin meldete die Wienerin es der Polizei, mit der Hoffnung, dass auch das Jugendamt informiert wird.

Und was passierte? Die Eltern der Girlie-Gang beflegen die "Aufdeckerin" am Schulhof, während ihrer Tochter von den Schulverantwortlichen nahegelegt wird, den drei Kontrahentinnen aus dem Weg zu gehen.

Und dann folgte noch ein Brief an alle Eltern der Klasse, in dem die Lehrerin eine "nicht akzeptable Geschichte" erwähnt, auf sie sie aber nicht im Detail eingehen möchte, und in dem sie allen erklärt wie "absolut wichtig es ist, dass wir nun gemeinsam Ihren Kindern klarmachen, welches Verhalten in Ordnung ist und welches nicht." Dies gelte insbesondere auch für WhatsApp, das nicht umsonst erst mit 16 zu erlauben sei.

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