Bei einem Lawinenabgang am Weerberg im Tiroler Bezirk Schwaz ist Sonntagnachmittag eine Tourengeherin von einer Lawine verschüttet worden.
- Während Seminar: Lawine erfasste Tourengeher
- "Große Gefahr": Lawinen-Alarm in den Bergen
- Stufe 3: Erhebliche Lawinengefahr in Tirol
Die 32-jährige Begleiterin hatte nach dem Lawinenabgang am Weerberg den Notruf abgesetzt. Sie wurde nicht von der rund 100 Meter breiten und 40 Meter langen Schneebrettlawine mitgerissen und blieb unverletzt. Die Suche nach der 58-jährigen Österreicherin hatte sich indes schwierig gestaltet, nachdem sie kein Lawinensuchgerät bei sich hatte. Die Frau wurde schließlich in einer Tiefe von 1,70 Metern geortet und ausgegraben.
Tödlicher Lawinenunfall in Weerberg
Tödlicher Lawinenunfall in Weerberg
Tödlicher Lawinenunfall in Weerberg
Tödlicher Lawinenunfall in Weerberg
Tödlicher Lawinenunfall in Weerberg
Tödlicher Lawinenunfall in Weerberg
Zwei Lawinenabgänge in St. Anton am Arlberg
Bei zwei weiteren Ereignissen in St. Anton am Arlberg (Bezirk Landeck) gab es zwei Verletzte. In St. Anton löste sich zuerst im Bereich Kapall in Richtung Schafgliger eine Schneebrettlawine, nachdem eine sechsköpfige Gruppe in den freien Skiraum gefahren war. Eine 19-Jährige und ein 18-Jähriger wurden einige hundert Meter mitgerissen. Während die 19-Jährige unverletzt an der Oberfläche blieb, wurde der 18-jährige Skifahrer vollständig verschüttet, nur ein Arm ragte noch aus dem Schnee. Die Kameraden konnten den Verschütteten bergen. Gegen Mittag ereignete sich schließlich der zweite Lawinenabgang im Arlberggebiet. Am Galzig wurde ein 22-jähriger Schwede mitgerissen und verschüttet. Er kam jedoch letztlich an der Schneeoberfläche zum Stillstand und überstand das Unglück verletzt.
Zwei Wintersportler kamen mit Schrecken davon
Bei zwei Lawinenabgängen in Tirol kamen die Wintersportler indes nur mit einem Schrecken davon. Im Bereich der Rofanspitze im Gemeindegebiet von Münster (Bezirk Kufstein) wurde ein Wintersportler teilverschüttet. Der 23-Jährige konnte seinen Lawinenrucksack rechtzeitig auslösen und überstand den Lawinenabgang unverletzt.
In Jochberg hatte ein 17-jähriger Deutscher zunächst selbst eine Lawine losgetreten, der er aber entkam. Beim Versuch, danach zum nächsten Sessellift zu fahren, löste sich über ihm ein weiteres Schneebrett, das ihn mitriss. Dank des Lawinenairbags blieb er aber an der Oberfläche der Schneemassen und zog sich auch keine Verletzungen zu. Der Leitstelle in Tirol wurden Sonntagvormittag noch weitere Lawinenabgänge gemeldet. Dabei wurden jedoch keine Personen unter dem Schnee vermutet.
Vier Lawinenabgänge in Obertauern, einer in Vorarlberg
In Obertauern in Salzburg gab es gleich vier Mal Lawinenalarm. Zweimal gab es keine Verletzten, bei einer Lawine im Bereich der Mittereckalm (Gemeinde Tweng) waren vier Personen betroffen, von denen aber keine verschüttet wurde. Ein Wintersportler hatte sich jedoch an der Schulter verletzt. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Spital geflogen. Im Bereich des Seekarspitzes (2.350 Meter Seehöhe) wurde vermutlich von Variantenfahrern eine Lawine ausgelöst. Die Snowboardfahrer informierten die Einsatzkräfte, dass niemand verletzt wurde. Einer aus der Gruppe war zunächst abgängig, er tauchte aber wieder unverletzt auf.
Und am Osthang des Gennerhorns (1.734 Meter) in der Salzburger Osterhorngruppe ist ein Tourengeher von einer Lawine mitgerissen und zum Teil verschüttet worden. Der 37-jährige Oberösterreicher konnte noch seinen Airbag auslösen. Er hat sich am Knie verletzt und setzte kurz nach 11.00 Uhr einen Notruf ab. Da ein Bergretter den Lawinenabgang beobachtet hatte, eilte er dem Verletzten sofort zu Hilfe und begann mit der Erstversorgung des Mannes. Bei der nahe gelegenen Diensthütte der Bergrettung fand zum Unfallzeitpunkt gerade ein Lawinenseminar statt, weshalb sich etliche Einsatzkräfte dort aufhielten. Einige Retter stiegen zum Verletzten auf. Der Alpinist wurde in einer Vakuum-Matratze stabilisiert und in Richtung Genneralm zu einem Bereich abtransportiert, wo der Rettungshubschrauber Martin 10 landen konnte.
Auch in Vorarlberg erfasste eine Lawine Wintersportler. Zwei Skifahrer im Alter von 55 und 60 Jahren haben Sonntagvormittag einen Lawinenabgang im freien Skiraum am Trittkopf oberhalb des Wintersportorts Zürs (Bezirk Bludenz) überlebt. Die beiden Deutschen querten einen 40 Grad steilen Hang, als sich ein Schneebrett löste und sie erfasste. Es riss sie rund 70 Meter über felsdurchsetztes Gelände mit. Sie kamen schließlich an der Schneeoberfläche zum Stillstand.
Große Lawinengefahr in Tirol und Vorarlberg
Am Sonntag wurde vom Lawinenwarndienst für Teile Tirols und Vorarlbergs - darunter auch die Arlbergregion - die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgegeben. Es herrschte Warnstufe vier auf der fünfteiligen Skala, also "große Gefahr". Wintersportlerinnen und -sportler wurden im freien Gelände zu äußerster Zurückhaltung aufgerufen.