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Verhandlungen abgebrochen

100.000 Pendler waren vom Streik betroffen

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Warnstreik der Gewerkschaft ließ Zehntausende Bahnreisende stranden - Verhandlungen abgebrochen.

Eine Einigung in den Verhandlungen zum Eisenbahner-Kollektivvertrag ist nicht in Sicht. Ein erster Warnstreik der Gewerkschaft vida legte am Montag den Bahnverkehr österreichweit für zwei Stunden lahm. Zehntausende Fahrgäste von ÖBB, Westbahn und etlichen Lokalbahnen waren betroffen. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen, die Gewerkschaft lehnte das Angebot der Arbeitgeberseite ab. (Alle aktuellen Infos im LIVETICKER weiter unten) 

100.000 Pendler waren vom Streik betroffen
© APA

"Die nächste Stufe nach dem Warnstreik ist der Streik, aber soweit sind wir noch nicht", sagte vida-Chef Roman Hebenstreit nach dem Abbruch der neunten Verhandlungsrunde, die parallel zum Warnstreik lief. Gewerkschafter und Arbeitgeberseite hatten sich am Montag um 10 Uhr - zwei Stunden vor Streikbeginn - zu kurzfristig anberaumten Verhandlungen in der Wiener Wirtschaftskammer-Zentrale getroffen. Arbeitgeber-Chefverhandler Thomas Scheiber hatte die Hoffnung, damit den Streik noch abwenden zu können.

 

Verhandlungen kommentarlos verlassen 

Doch es kam anders: Hebenstreit und sein Team verließen eine Dreiviertelstunde nach Verhandlungsbeginn kommentarlos den Raum. Das "substanziell verbesserte Angebot" von 3,37 Prozent der Arbeitgeberseite bezeichnete die Gewerkschaft als "umfangreichen Forderungskatalog". Die Gewerkschafter kehrten erst zurück, als der Streik um 12 Uhr schon angelaufen war. Die ÖBB stoppten den gesamten Bahnverkehr im Land. Und Scheiber blieb nichts anderes übrig als der Presse zu erklären: "Ich muss mit Bedauern feststellen, dass die Streikmaßnahmen nicht mehr aufzuhalten sind."

Bis 14 Uhr war der Zugverkehr österreichweit eingestellt. Regionalzüge, S-Bahnen genauso wie ÖBB-Railjets und Westbahn-Garnituren wurden vorübergehend an den Bahnsteigen abgestellt - insgesamt 670 Züge, 600 davon im Nahverkehr und 70 im Fernverkehr. Auch der Güterverkehr stand still. Per Durchsagen und auf den Monitoren in den Bahnhöfen informierten die ÖBB über die Ausfälle. Am Hauptbahnhof in Wien warteten Touristen auf das Streikende. Aufgrund des Warnstreiks zur Mittagszeit waren auch viele Schüler unterwegs. Die ÖBB gingen davon aus, dass rund 100.000 Fahrgäste betroffen waren. Der ÖBB-Rivale Westbahn erklärte, die ÖBB-Verkehrsleitzentrale habe den Betrieb eingestellt.
 
100.000 Pendler waren vom Streik betroffen
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Zugverkehr wird schrittweise hochgefahren

Nach Ende des Warnstreiks begannen die Bundesbahnen, den Zugverkehr schrittweise hochzufahren, zuerst setzten die Fernverkehrszüge ihre Fahrt fort, später folgte der Nahverkehr. Die ÖBB schlossen nicht aus, dass es noch bis in die Abendstunden zu Verspätungen und Ausfällen kommt.
 
Während die ÖBB auf einen Abschluss drängten und die Gewerkschaft aufforderten, die Verhandlungen nicht am Rücken der Fahrgäste und Mitarbeiter zu führen, erklärten sich mehrere andere Gewerkschaften solidarisch mit der für Verkehr und Tourismus zuständigen Schwesterorganisation vida.
 
Wie es in den Verhandlungen weitergeht, ist offen. Beide Seiten wollen in den nächsten Tagen intern beraten. Einen Termin für eine zehnte Verhandlungsrunde gibt es vorerst nicht. Scheiber kündigte an, nochmals auszuloten, "welchen Verhandlungsspielraum wir haben". Hebenstreit hatte das Angebot der Arbeitgeberseite abgeschmettert: "Hier im Vorfeld von einem substanziell verbesserten Angebot zu sprechen, das spottet jeder Beschreibung und ist eine Frechheit."
 

Einschüchterungsversuche

Die Gewerkschaft kritisierte Einschüchterungsversuche im Vorfeld des Warnstreiks und sieht das als Folge des Regierungswechsels. "Es ist mittlerweile wirklich viel möglich geworden in diesem Land", ließ sich Hebenstreit in der vida-Pressemitteilung zitieren. Die traditionell der Gewerkschaft nahestehende SPÖ war vergangenes Jahr aus der Regierung geflogen, seitdem regieren ÖVP und FPÖ. Kritiker werfen der Gewerkschaft und Hebenstreit vor, Oppositionspolitik für die SPÖ zu betreiben.
 
Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) sagte über Hebenstreit: "Ich habe das Gefühl, er spielt bei einem Fußballmatch Rugby, und das passt nicht ganz zusammen." Das Angebot ist aus seiner Sicht sehr gut, für die beamteten Mitarbeiter höher als der Beamten-KV und für die anderen "in der Nähe des Abschlusses der Metaller". Alleine die ÖBB würde dieser Abschluss 80 Mio. Euro kosten. "Der Einzige, der einen Grund zum Streiken hätte, ist der Finanzminister", so Hofer.
 
ÖBB-Chef Andreas Matthä wollte sich am Montag am Rande einer Pressekonferenz nicht ausdrücklich dazu äußern, ob aus seiner Sicht Gewerkschafts- und ÖBB-Betriebsratschef Roman Hebenstreit den Streik dazu nutze, sich selber zu profilieren. "Jeder Fahrgast kann sich davon heute ein eigenes Bild machen", so der Bahn-Chef und auf die Frage, ob die Gewerkschaft mit dem Streik Oppositionspolitik betreibe: "Wenn man sich die ganze Geschichte dieser Verhandlungen ansieht, kann man sehr gut erkennen, worum es geht."
 

Warnstreik konnte nicht abgewendet werden 

Der Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer veröffentliche am Nachmittag ihr zuvor der Gewerkschaft vorgelegtes Angebot. Es sieht demnach eine KV-Erhöhung von 3,37 Prozent im Jahresdurchschnitt über alle Gehaltsstufen hinweg vor. "Den Warnstreik konnten wir leider nicht mehr abwenden, da dürfte das Drehbuch auch seitens der Gewerkschaft bereits festgestanden haben", meinte Scheiber, der aber zuversichtlich ist, dass es zu weiteren Gesprächen kommt. Im Anschluss an eine Gremiensitzung am Mittwoch will er die Gewerkschaft zu einer weiteren Verhandlungsrunde einladen - und damit die Streikgefahr bannen.
 
Den letzten großen Bahnstreik gab es 2003. Als damals die schwarz-blaue Regierung die Bundesbahnen aufgliedern und per Gesetz in das Dienstrecht der Eisenbahner eingreifen wollte, rief der damalige Bahn-Gewerkschaftsboss Wilhelm Haberzettl im November einen "unbefristeten" Streik aus. Am dritten Streiktag lenkte die Regierung teilweise ein und erklärte sich für Verhandlungen bereit.
 
 
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 20:34

Weitere Streik-Auswirkungen

■ Während die Streiks sich in Bregenz mit einem menschenleeren Bahnhof auswirkten, war der Unmut bei Fahrgästen in Salzburg deutlich zu spüren. Sie beklagten vor allem die spärliche Information.

■ In Linz führten die Streikdrohungen zu einem erheblich stärkeren Pkw-Verkehr als an anderen Montagen.

■ In St. Pölten sind durch den zweistündigen Streik indes vor allem Schüler vorübergehend „gestrandet“.

 18:48

Noch kein Termin für weitere Verhandlungen

Wie es in den Verhandlungen weitergeht, ist offen. Beide Seiten wollen in den nächsten Tagen intern beraten. Einen Termin für eine zehnte Verhandlungsrunde gibt es vorerst nicht. Scheiber kündigte an, nochmals auszuloten, "welchen Verhandlungsspielraum wir haben". Hebenstreit hatte das Angebot der Arbeitgeberseite abgeschmettert: "Hier im Vorfeld von einem substanziell verbesserten Angebot zu sprechen, das spottet jeder Beschreibung und ist eine Frechheit."

 17:37

Verzögerungen

Im Fernverkehr gibt es aufgrund des Streiks nach wie vor Verzögerungen, heißt es von der ÖBB gegenüber oe24. Im Laufe des Abends sollen sich die Zug-Zeiten wieder eingetaktet haben. Der Nahverkehr hat sich wieder beruhigt - stellenweise kommt es aber auch hier noch zu Verspätungen.

 17:03

Züge standen auch im Burgenland still

Auch im Burgenland legten am Montag die Züge als Folge des Warnstreiks der Gewerkschaft vida zu Mittag einen zweistündigen Halt ein. Ab 12.00 Uhr sei wie in den anderen Bundesländern der Zugverkehr gestanden, so ÖBB-Sprecher Christopher Seif zur APA. Ab 14.00 Uhr wurde dann der Fahrbetrieb - zunächst für den Fern-, dann den Regional- und schließlich für den Güterverkehr - wieder hochgefahren.

Zu Mittag hatten die Züge nicht einfach auf der Strecke angehalten, sondern ihre Fahrt bis zum nächsten Bahnhof fortgesetzt. Im östlichsten Bundesland seien rund 600 Bahnmitarbeiter zum Streik aufgerufen gewesen, so vida-Landesvorsitzender Erich Mauersics.

 16:53

Viele Fahrgäste sind im Dilemma

Einerseits verstehen viele Bahn-Fahrer die Streiks, auf der anderen Seite ist es schwer Geduld bei den Verzögerungen zu bewahren.

 16:32

Arbeitgeber veröffentlichen KV-Angebot

Die von den Arbeitgebern über das Wochenende initiierte neunte Verhandlungsrunde, um den Warnstreik der Gewerkschaft in letzter Minute zu verhindern, wurde vorerst unterbrochen. Die vida hat das von der Wirtschaftskammer vorgelegte Angebot abgelehnt, dieses umfasst, laut Arbeitgeber-Seite, im Detail:

* Einmalzahlung für die Monate Juli bis September 2018 in der Höhe von EUR 375 noch vor Weihnachten. Dies würde ein Plus von deutlich über 4 Prozent für die unteren Einkommen bedeuten.

* 3 Prozent KV-Erhöhung für die Monate Oktober bis Dezember 2018. Dies sei jener Betrag mit dem die Unternehmen trotz laufender Verhandlungen bereits freiwillig in Vorleistung gegangen seien.

* Weitere KV-Eröhung auf 3,15 Prozent ab 1.1. 2019. Dies entspreche einer KV-Erhöhung von 3,37 Prozent im 12-Monats-Durchschnitt über alle Gehaltsstufen.

"Wenn man die lösungsorientierten Abschlüsse der vergangenen Wochen in anderen Branchen betrachtet, befinden wir uns hier in guter Gesellschaft und ist dies ein sehr faires Angebot", so der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, Thomas Scheiber.

 16:19

Streik-Plakat

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Ein Informationsblatt der vida am Hauptbahnhof in Wien. Der Warnstreik der Gewerkschaft vida war nach Angaben der Arbeitgeberseite nicht mehr zu stoppen.

 16:12

Keine Einigung im Streit sichtbar

Eine Einigung in den Verhandlungen zum Eisenbahner-Kollektivvertrag ist nicht in Sicht. Ein erster Warnstreik der Gewerkschaft vida legte am Montag den Bahnverkehr österreichweit für zwei Stunden lahm. Zehntausende Fahrgäste von ÖBB, Westbahn und etlichen Lokalbahnen waren betroffen. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen, die Gewerkschaft lehnte das Angebot der Arbeitgeberseite ab.

"Die nächste Stufe nach dem Warnstreik ist der Streik, aber soweit sind wir noch nicht", sagte vida-Chef Roman Hebenstreit nach dem Abbruch der neunten Verhandlungsrunde, die parallel zum Warnstreik lief. Gewerkschafter und Arbeitgeberseite hatten sich am Montag um 10 Uhr - zwei Stunden vor Streikbeginn - zu kurzfristig anberaumten Verhandlungen in der Wiener Wirtschaftskammer-Zentrale getroffen. Arbeitgeber-Chefverhandler Thomas Scheiber hatte die Hoffnung, damit den Streik noch abwenden zu können.

 15:08

Wie lange gibt es noch Verzögerungen?

Die ÖBB rechnen damit, dass am frühen Abend alle Züge wieder fahrplanmäßig fahren.

 14:39

Gelassenheit auch in Linz

Die Verspätungen oder gar Ausfälle von Zügen nahmen die Fahrgäste am Hauptbahnhof in Linz mit Gelassenheit hin, wie sich bei einem Lokalaugenschein zeigte. Der Wartesaal des Bahnhofes war voll. Vor den Anzeigetafeln standen Menschen und informierten sich.

Etliche Menschen, die eine Reise geplant hatten, waren durch die Medienberichte in den vergangenen Tagen schon vorgewarnt. Sie konnten sich ausrechnen, dass es zu Verzögerungen kommen würde. Andere hatten ihre Reise verschoben oder waren auf ein anderes Verkehrsmittel umgestiegen.

Die Wahl von Alternativen war schon am Morgen zu bemerken als der Pkw-Verkehr nach Linz noch stärker als sonst an einem Montag war. Pendler dürften ihr eigenes Auto benützt und auch Fahrgemeinschaften gebildet haben. In Oberösterreich waren vom Stillstand der Bahn insgesamt rund 110 Züge betroffen. Sechs Verbindungen wurden von einem Schienenersatzverkehr der Postbusse übernommen.

 14:34

Wenig Hektik am Innsbrucker Hauptbahnhof

Keine große Hektik hat der zweistündige Bahnstreik am Innsbrucker Hauptbahnhof zur Folge gehabt. "Es gab zwar auch hin und wieder ein lautes Wort. Aber die meisten Fahrgäste nahmen es mit der notwendigen Gelassenheit hin", sagte ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair im Gespräch mit der APA.

Während die große Bahnhofshalle nur etwas mehr bevölkert war als an "normalen Tagen", verzeichneten vor allem die Warteräume einen beträchtlichen Fahrgäste-Zulauf. ÖBB-Mitarbeiter wurden in der Halle postiert, um die nach Rat Suchenden über den Streik und dessen Folgen zu informieren. Ein vielfach wahrgenommenes Bild: Fahrgäste, die ihr Handy zücken, um ihre Angehörigen über den aktuellen "Warte-Stand" zu informieren.

Die Bahn war indes bemüht, den Reisenden den erzwungenen Aufenthalt "so angenehm wie möglich" zu machen, so Sprecher Gasser-Mair. "Wir haben beispielsweise die WC-Anlagen kostenlos geöffnet und für die Verpflegung mit Wasser gesorgt. An die Fahrgäste in den Fernverkehrszügen wurden zudem kostenlos Getränke verteilt", so Mair.

 14:24

Unmut in Salzburg

Der Eurocity 114 nach Dortmund mit der Abfahrt um 12.00 Uhr war am Montag der letzte Zug, der den Salzburger Hauptbahnhof vor dem Warnstreik verließ. "Uns lassen sie noch durch", hatte der Lokführer kurz zuvor noch gesagt. Dann stand alles still, die Fahrdienstleitung sperrte die Strecken. Und das sorgte in den Mittagsstunden breit für Unmut und Unverständnis unter den Reisenden - aber nicht nur.

Beklagt wurde bei einem APA-Lokalaugenschein allerdings weniger das Motiv für die Arbeitsniederlegung, sondern die fehlende, zu spärliche oder verspätete Information über den Streik. "Ich habe zwei Minuten vor zwölf erfahren, dass mein Zug verspätet ist. Ich verpasse meinen Anschlusszug", ärgerte sich eine Pensionistin.

Großflächig wurde auf den Bildschirmen am Bahnhof erst gegen 11.45 Uhr auf Verzögerungen hingewiesen, entsprechende Durchsagen folgten noch knapper. Gegen Mittag begannen vida-Gewerkschafter damit, Informationsblätter an die Bahnkunden auszuteilen. Der österreichische Infektiologe Wolfgang Graninger, der kurz vor 12.00 Uhr am Hauptbahnhof aus einem Railjet gestiegen ist, berichtete, dass es weder bei der Abfahrt noch im Zug Infos über den drohenden Streik gegeben habe - "auch auf Befragen des Schaffners nicht".

 14:02

Streik beendet

Laut Auskunft der ÖBB plante man, den Betrieb nach Ende des Warnstreiks behutsam wieder hochzufahren. "Es wird aber noch bis zum Abend zu Abweichungen vom Fahrplan kommen", erklärte ÖBB-Sprecher Christoph Posch auf APA-Anfrage.

 13:59

Kärntner ÖBB-Kunden nehmen Streiks gelassen hin

Die Kärntner ÖBB-Kunden haben den Streik am Montag offenbar mit Gelassenheit hingenommen. Am Klagenfurter Hauptbahnhof herrschte zu Mittag eine ruhige Atmosphäre, das Bahnpersonal wurde von den Reisenden nicht gerade gestürmt.

Nun ist Klagenfurt kein Verkehrsknotenpunkt, die Zahl der ausgefallenen Züge war aber trotzdem beträchtlich. Am stärksten betroffen waren Schüler, die ansonsten mit der S-Bahn nach Hause fahren. "Macht nichts, komm ich halt eineinhalb Stunden später heim", meinte ein HTL-Schüler angesichts der angezeigten Verspätungen. Der Zug nach Lienz, der um 12.02 Uhr losfahren hätte sollen, stand eine Stunde später noch immer am Bahnsteig, die Fahrgäste vertrieben sich die Zeit mit Lesen, am Smartphone oder Laptop. Richtig verärgert zeigte sich lediglich eine ältere Dame, die im gleichen Atemzug die Legitimität des Streiks und ihren Zorn über den gewählten Zeitpunkt äußerte: "Hätten die nicht morgen streiken können, da wär es mir egal gewesen."

 13:58

Züge und Fahrgäste warten

Parkplatz statt Bahnhof: In Wien-Meidling war Zügen und Fahrgästen am Montag ein gemeinsames Schicksal beschieden - sie mussten warten. Während des Warnstreiks wurden Regionalzüge genauso wie ÖBB-Railjets vorübergehend an den Bahnsteigen abgestellt. Gleichzeitig wurden ratlose Passagiere von einzelnen Service-Mitarbeitern über die Situation aufgeklärt. Auch an den Abfahrtstafeln wurde informiert.

Der Bahnhof Wien-Meidling ist baulich klein, aber bedeutsam. Die einstige, inzwischen ausgebaute Schnellbahnstation ist für Pendler aus dem Süden ein maßgeblicher Verkehrsknotenpunkt. Auch die Züge des Fernverkehrs halten am Weg zum bzw. vom Wiener Hauptbahnhof in Meidling - wo der Anschluss zur U-Bahn dank kurzer Wege optimal ist.

Und diese wurde heute auch vermehrt genutzt. Vor den Automaten der Wiener Linien war der Andrang zum Teil erheblich. Viele Menschen beschlossen offenbar, ihr Ziel mittels der Wiener Öffis zu erreichen, die zumindest innerstädtisch eine Alternative zur Schnellbahn boten.

 13:50

Schüller besonders betroffen

In St. Pölten sind durch den zweistündigen Streik bei den ÖBB im Bahn-KV-Streit vor allem Schüler vorübergehend "gestrandet". "Wir müssen um Verständnis bitten, dass für die Züge, die entfallen, keine Ersatzmaßnahmen möglich sind", sagte Bundesbahnen-Sprecher Christopher Seif zur APA.

In der niederösterreichischen Landeshauptstadt bot sich am frühen Nachmittag das Bild, dass Fahrgäste vor allem in der Bahnhofshalle oder in angehaltenen Zügen das Ende des Ausstands abwarteten. Viele suchten Cafes zur Überbrückung der Wartezeit auf. Auch auf den Bahnsteigen harrten einige trotz der nasskalten Witterung aus.

 13:30

Kleiner Trost

 13:30

Folgt nun ein regulärer Streik?

Für eine zehnte Verhandlungsrunde gibt es keinen Termin. Beide Seiten erklärten nach dem Verhandlungsabbruch, nun die internen Gremien für Beratungen einzuberufen. Aufseiten der vida werde das binnen 48 Stunden passieren, so Hebenstreit. Weitere Streikmaßnahmen schloss der Gewerkschaftschef nicht aus: "Die nächste Stufe nach dem Warnstreik ist der Streik, aber soweit sind wir noch nicht."

Scheiber sagte, man werde nochmals ausloten, "welchen Verhandlungsspielraum wir haben". "Wenn das geschehen ist, wird es zu weiteren Gesprächen kommen."

 13:25

Wie reagieren die Kunden?

Viele Kunden reagieren verständnisvoll, andere sind hingegen empört. Wir haben die besten Reaktionen im Netz.

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 13:21

Verhandlungen abgebrochen, Gewerkschaft lehnt Angebot ab

Die Bahn KV-Verhandlungen mussten erneut ohne Ergebnis abgebrochen werden, weil wieder kein seriöses Angebot des Fachverbands Schienenbahnen auf den Tisch gelegt wurde. Ernst gemeinte Angebote, um einen Warnstreik abzuwenden und um zu ehrlich gemeinten Verhandlungen zurückkehren zu können, sehen anders aus“, so vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit.

 12:50

Kritik von Regierungsparteien

Kritik gab es von ÖVP-Verkehrssprecher Andreas Ottenschläger: "Hier wird am Rücken der Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer Politik gemacht", schreibt er in einer Aussendung. "Die betroffenen Passagiere, darunter auch viele Schülerinnen und Schüler oder auch ältere Menschen, die sich im Alltag auf die Bahn verlassen, kommen nun unfreiwillig zum Handkuss." Zugleich warf er Hebenstreit politische Profilierung vor: "Die Spitze der Gewerkschaft sollte sich nun die Frage stellen, ob ihr Vertreter Hebenstreit seine Funktion zur persönlichen Profilierung missbraucht."

Auch FPÖ-Verkehrssprecher Christian Hafenecker sieht politische Motive hinter dem Streik: "Als letzter Defibrillator einer dahinsiechenden SPÖ" müsse man wohl noch einmal zeigen, dass noch "Saft in den Batterien" sei, heißt es in seiner Aussendung. "Gewerkschaftsbonze Hebenstreit" wäre auf einer Donnerstagsdemo besser aufgehoben.

 12:50

Kritik von Minister Hofer

Auch Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) versteht nicht, warum es keine Einigung gegeben hat. Er würde gerne selber am Verhandlungstisch sitzen, sagte er, sei doch eine Einigung möglich. Das Angebot sei aus seiner Sicht sehr gut, für die beamteten Mitarbeiter höher als der Beamten-KV und für die anderen "in der Nähe des Abschlusses der Metaller". Alleine die ÖBB würde dieser Abschluss 80 Mio. Euro kosten. "Der einzige, der einen Grund zum Streiken hätte, ist der Finanzminister", so Hofer. Er habe den Eindruck, dass Hebenstreit auf einem Fußballfeld stehe aber Rugby spiele. Die Bahnkunden, auf deren Rücken der Streit ausgetragen werde, hätten damit wenig Freude.

 12:40

Streik für ÖBB-Chef "untragbarer Zustand"

Österreichweit stehen laut ÖBB wegen des heutigen Warnstreiks 670 Züge, davon 70 im Fernverkehr. Für ÖBB-Chef Andreas Matthä ist es "ein untragbarer Zustand, dass sich trotz der Angebote sowohl Wirtschaftskammer als auch Gewerkschaft offensichtlich nicht annähern können" und "ich kann nicht verstehen, dass man für dieses Angebot streikt". Leidtragende seien die Fahrgäste.

 12:26

So sieht es derzeit auf allen Bahnhöfen aus

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 12:24

Verhandlungen gehen trotz Streik weiter

Die Verhandlungen zum Bahn-KV gehen - parallel zum angelaufenen Streik - weiter, das sagte der Chefverhandler der Gewerkschaft, vida-Chef Roman Hebenstreit, nach internen Beratungen bei der Rückkehr in den Verhandlungssaal. Für das Abwenden des zweistündigen Warnstreiks ist dies aber zu spät. Die Züge stehen bereits.

 12:20

ÖBB-Hotline während Streik nur eingeschränkt erreichbar

Doe ÖBB appellieren dringend an dieFahrgäste, sich aktiv die ÖBB-Social-Media-Kanäle, auf SCOTTY und über streckeninfo.oebb.at zu informieren. Der ÖBB Kundenservice/die Hotline ist im Zeitraum des Streiks nur eingeschränkt erreichbar.

 12:18

So können Flugreisende in Wien ausweichen

In Wien können Reisende mit Flugtickets die Vienna Airport Lines für die Anbindung zum Flughafen Wien nutzen (z.B. ab Hauptbahnhof, Westbahnhof).

 12:17

Flughafenbusse nach Wien-Schwechat

Von Linz und Graz mit Zwischenhalten in Mürzzuschlag und Kapfenberg werden Flughafenbusse nach Wien-Schwechat für Reisende mit Flugticket zur Verfügung gestellt.

 12:16

Wr. Linien erkennen ÖBB-Tickets an

In Wien werden Tickets der ÖBB von den Wiener Linien anerkannt.

 12:09

ÖBB erwarten Verzögerungen bis in die Abendstunden

"Im Fernverkehr kann es auch zu längeren Beeinträchtigungen kommen. Es wird Verzögerungen bis in die Abendstunden geben", erklärt ÖBB-Pressesprecher Robert Lechner gegenüber oe24.TV.

 12:05

Alles steht still

Der Streik hat begonnen. Für zwei Stunden stehen nun alle Züge still.

 12:01

Arbeitgeber-Chefverhandler: Streik nicht mehr aufzuhalten

 11:57

Hofer: "Verhandlungslösung muss möglich sein"

"Das Angebot, das auf dem Tisch liegt, ist mehr als fair und bringt auch die Wertschätzung der Arbeitgeberseite für die hervorragende Arbeiter der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner zum Ausdruck", so Verkehrsminister Hofer.

 11:56

Streik findet statt

 11:46

Verbindung zum Flughafen Wien

 11:43

Kunden sollen sich informieren

An den Hauptverkehrspunkten sollen Mitarbeiter zur Kundenlenkung und Kundeninformation vor Ort eingesetzt werden. Die ÖBB appellieren an die Fahrgäste, sich selbst über die Social-Media-Kanäle der ÖBB und die Website oebb.at zu informieren. Der ÖBB-Kundenservice bzw. die Hotline würden während des Streiks nur eingeschränkt besetzt sein

 11:33

Züge stehen schon vor 12 Uhr still

Die ÖBB fahren den Betrieb jetzt schon langsam herunter.

 11:30

Züge, die aus Nachbarländern kommen oder in solche unterwegs sind, können ab 12.00 Uhr nicht mehr übernommen bzw. übergeben werden. Somit gibt es im Zeitraum des angekündigten Streiks keinen grenzüberschreitenden Bahnverkehr.

 11:29

ÖBB wollen ab 12 Uhr gesamten Bahnverkehr stoppen

Die ÖBB bereiten sich darauf vor, den Zugverkehr in ganz Österreich ab 12 Uhr einzustellen. Diese Maßnahme diene der Sicherheit der Fahrgäste, teilten die ÖBB in einer Aussendung mit. Sollte der Streik nicht mehr abgewendet werden, werden im Zeitraum von 12.00 und 14.00 Uhr daher voraussichtlich keine Züge verkehren.

 11:27

Schienenersatzverkehr

 11:20

Ausweichen auf die Wiener Linien

 11:20

Die ÖBB informieren

 11:04

Beratungen

Beide Seiten haben sich nun zu Beratungen zurückgezogen. In weniger als einer Stunde sollen die Warnstreiks starten.

 11:01

Wird Angebot angenommen?

Die Arbeitgeber haben deutlich über 3% Lohnplus angeboten. Unklar bleibt, ob dies genug ist.

 10:37

Verhandlungen gestartet

Hinter geschlossenen Türen soll in letzter Minute eine Einigung erzielt werden. Dafür ist aber nicht mehr viel Zeit.

 10:23

Welche Strecken sind betroffen?

Unklar ist noch, wo wirklich gestreikt werden soll. Die ÖBB rät ihren Kunden, sich im Internet oder über die Telefon-Hotline zu informieren und auf die Durchsagen an Bahnhöfen und in Zügen zu achten

 10:11

Auch Westbahn betroffen?

Auch der ÖBB-Rivale Westbahn hat Einschränkungen im Betrieb nicht ausgeschlossen, weil die Westbahn auf ÖBB-Infrastruktur fährt und daher ebenfalls betroffen wäre.

 09:53

Gravierende Störungen

Man gehe mittlerweile davon aus, dass es österreichweit zu gravierenden Störungen im gesamten Zugverkehr kommen wird, erklärte ÖBB-Sprecher Sven Pusswald. Da eine Einigung zwischen Wirtschaftskammer und Gewerkschaft noch in letzter Minute möglich sei, ersuche man die Kunden, sich auch aktiv über die Informationskanäle der ÖBB im Internet oder über die Telefon-Hotline zu informieren, ob es tatsächlich zu einem Streik kommen wird.

 09:44

Gibt es doch noch eine Einigung?

Ab 10 Uhr wird wieder verhandelt. Nur zwei Stunden später, also um 12 Uhr, soll der Warnstreik starten. "Aus jetziger Sicht findet der Warnstreik wie geplant statt", so die Sprecherin der Gewerkschaft vida zur APA.