Erster Showdown in Ibiza-Affäre

Detektiv klagt Medien

Erster Showdown in Ibiza-Affäre

Berlin. Die Hintermänner der Ibiza-Affäre klagen kritische Medien nieder. Gegen ÖSTERREICH erwirkten sie eine einstweilige Verfügung, wonach weder der Anwalt noch der Detektiv abgebildet oder mit vollem Namen genannt werden dürfen.
 
Aber: In Deutschland folgt heute der erste gerichtliche Showdown in der pikanten Ibiza-Affäre. Der 38-jährige Detektiv H., der als Begleiter der vermeintlichen russischen Oligarchin auftrat und somit eine Schlüsselrolle spielte, hat die deutsche Wochenzeitung Die Zeit verklagt.
Er bestreitet Details, die über ihn berichtet wurden, und will nun im Gerichtsverfahren eine einstweilige Verfügung gegen Die Zeit erwirken. Start der Verhandlung ist heute um 12 Uhr in Berlin. Geleitet wird der Prozess von Richterin Katharina Saar.
 
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In einem Report der Zeit wurde H. als FBI-Detektiv ­bezeichnet. Außerdem schrieb die Wochenzeitung, H. sei wegen Suchtgiftdelikten mit der Justiz in Berührung gekommen. Vertreten wird der Detektiv vom deutschen Medienanwalt Johannes Eisenberg. Dieser weist FBI-Tätigkeit und Drogenvorwürfe zurück.
 

Anwalt: "Was war das weiße Pulver am Finca-Tisch?"

 
Viele Fragen. Jörg Nabert, Anwalt der seriösen Die Zeit, beharrt gegenüber ­ÖSTERREICH auf den Anschuldigungen: „Wir haben viel neues Material, das wir im Prozess vorlegen werden.“
Nabert, der sich extrem darüber wundert, dass Gerichte sowohl in Deutschland als auch in Österreich ihre „schützende Hand über die Drahtzieher“ der Affäre halten, möchte im Prozess mehrere Punkte abklären:
  • Darf über die kriminelle Drogen-Vergangenheit des H. berichtet werden?
  • Aus welchen Gründen wurde das Ibiza-Video tatsächlich hergestellt und von wem wurde das Video letztlich bezahlt?
  • Was war das weiße Pulver, das in der Finca auf dem Tisch gelegen ist?
  • War es möglicherweise strafrechtlich relevant, Abhörgeräte und Videokameras zu verstecken?
  • Hat es jemals eine Kommunikation zwischen H. und der Polizei über die Affäre gegeben – wenn ja, wann, wie lange?

(wek)

"Die Zeit"-Anwalt im oe24-Interview

 
Anwalt Jörg Nabert vertritt „Die Zeit“ im Prozess gegen Detektiv H.
 
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oe24: Es ist der erste Showdown vor Gericht in der Ibiza-Affäre …
 
Jörg Nabert: Ja, wir haben einiges an Material über den Detektiv sammeln können, das wir ­vorlegen werden. Im Prinzip geht es um mehrere Punkte.
 
oe24: Welche sind das?
 
Nabert: Ob H. früher für FBI und BKA gearbeitet hat. Aus welchen Gründen er das Ibiza-Video gemacht hat, ob es strafrechtlich relevant sei, Kameras und Mikrofone zu verstecken.
 
oe24: Wie bewerten Sie das Verfahren?

Nabert: Ich finde es höchst erstaunlich, dass das Gericht die schützende Hand über einen Mann ausbreitet, der mit seinem Vorgehen Österreich erschüttert und die Regierung gekippt hat.
 
 

Video-Drahtzieher: Er will ganz eng mit Behörden gearbeitet haben

 
In einer eidesstattlichen Erklärung, die der deutschen Tageszeitung „Welt“ vorliegt, versicherte Detektiv H., dass er ein paar Jahre vor Entstehung des Ibiza-Videos für eine österreichische „Behörde eine Operation“ durchgeführt habe. Als er dabei mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sei, habe ihn die Behörde nicht schützen können. Diese Aussage befeuert abermals die Vermutung, wonach Nachrichtendienste in die Ibiza-Affäre ­verwickelt sein könnten.
 
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