Kanzler in Israel-Firma mit angeklagtem Millionär

Hintergründe der Aufreger-Story

Kanzler in Israel-Firma mit angeklagtem Millionär

Die Wogen um Christian Kerns Beteiligung an der Firma Foresight in Israel gehen weiter hoch. Wie berichtet, hält der Kanzler knapp 1 % an dem Software-Start-up seiner Frau Eveline Steinberger-Kern in Tel Aviv.

Das allein ist nicht das Brisante. Es geht vielmehr darum, dass an Foresight auch der wegen Bestechung angeklagte israelisch-georgische Millionär Avraham Nanikashvili beteiligt ist. Nicht als Person, sondern über seine Firma Triple M, die 11 % an Foresight hält.

Die Fakten:

  • Nanikashvili steht derzeit in Tel Aviv vor Gericht, weil er den ehemaligen Energieminister mit 400.000 Dollar bestochen haben soll, um für Triple M die Lizenz für einen Kraftwerksbau zu erhalten. Es gilt die Unschuldsvermutung.
  • Wegen der Bestechungsvorwürfe wurde Nanikashvili von der israelischen Regierung 2015 aufgefordert, bei Triple M auszusteigen – andernfalls die Kraftwerks-Lizenz weg wäre.
  • Nanikashvili sei längst nicht mehr an Triple M beteiligt, habe mit Foresight also nichts zu tun, sagt Steinberger-Kern.
  • Aber das stimmt eben nicht. Denn wie der Journalist Nitay Anavi am 25. September auf dem Radiosender Galgalatz (Galei Tzahal) enthüllte, hat Nanikashvili den Verkauf seiner Triple-M-Anteile bisher nicht vollzogen.
  • Der Radiobericht sorgte für großes Aufsehen in Israel. Hunderttausende hörten ihn – Galgalatz ist der größte israelische Sender.
  • In Reaktion auf den Bericht wurde Triple M am selben Tag die Lizenz für den Kraftwerksbau entzogen. Und zwar „bis die Firma nachgewiesen hat, dass Nanikashvili nicht mehr beteiligt ist“.
  • Reporter Anavi veröffentlichte seine Enthüllungen auch auf Twitter – inklusive der Verbindung zu Kern (siehe Screenshot).
  • Die Causa wird in Israel seither heiß diskutiert. Auf Twitter wird auch die Reaktion der Firma Triple M thematisiert: der Ausstieg Nanikashvilis sei im Laufen, gehe „in den nächsten Tagen“ über die Bühne.
  • Fakt ist also: Noch ist Nanikashvili dabei. Bei Triple M, und darüber bei Foresight. Der Kanzler in der gleichen Firma wie ein der Korruption angeklagter Multi-Millionär. Eine mehr als schiefe Optik...
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