Junge pfeifen aufs Heer

Neue Umfrage

Junge pfeifen aufs Heer

68 % der Schüler und Studenten wollen nicht einrücken.

Das SP-Kalkül geht zumindest bei den Teenagern auf: Laut einer neuen Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH ist nicht nur die Gesamtbevölkerung mit 47 % gegen 44 % für die von Kanzler Faymann und Verteidigungsminister Norbert Darabos verlangte Aussetzung der Wehrpflicht – vor allem die Jungen wollen eine Freiwilligenarmee.

Jene, die bald zum Heer müssten, wollen dem oft sinnlosen Dienst entgehen. Laut Detailauswertung sind 68 % der Studenten & Schüler gegen die Wehrpflicht. Interessant ist, dass unter 30-Jährige – also jene, die Wehr- bzw. Zivildienst erst kürzlich absolviert haben – mit 51 % für die Wehrpflicht sind. Ihr Kalkül: Was wir geschafft haben, sollen auch die Junge aushalten.

Obwohl Darabos laut eigenen Aussagen keine Anzeichen hat, dass sich junge Wehrpflichtige vor der Abschaffung vorm Heer drücken wollen, zog er am Montag die Notbremse.

Gegenüber ÖSTERREICH beteuerte Darabos, dass die Wehrpflicht nach wie vor aufrecht sei und bis auf Weiteres alle jungen Männer – 2011 werden es 24.000 sein – eingezogen würden: "Bis zur Gesetzesänderung und zum Ende dieser Übergangsphase werden die Wehrpflichtigen selbstverständlich einberufen. Anträge auf Aufschübe werden gemäß den gesetzlichen Bestimmungen abgewickelt." Und auch Generalstabschef Othmar Commenda verkündete am Montag, es würden keine Ausnahmen gemacht.

Die Wehrpflicht dürfte 
erst Mitte 2012 fallen
ÖSTERREICH berichtete im Jänner, dass die Wehrpflicht erst Mitte 2012 fallen soll, weil ja zwischen der Stellung – die für den Jahrgang 1994 noch das ganze Jahr 2011 läuft – und dem Einrückungstermin ein halbes Jahr liegen muss. Damals rechnete man heeresintern mit Tausenden, die der Wehrpflicht im letzen Augenblick entkommen wollen.

Aufschub bekommt aber nur, wer eine Schul- oder Lehrausbildung begonnen hat – die Uni zählt jedenfalls nicht dazu. Sonst kann man dem Wehrdienst nur entkommen, wenn etwa der elterliche Betrieb geführt werden muss. Und: Die Strafen bei Nichterscheinen sind nicht ohne. Schon wer nicht zur Stellung kommt, kann bis zu 7.000 Euro Strafe ausfassen. Wer der Einberufung selbst nicht Folge leistet, dem drohen sogar bis zu drei Monate Haft.
 

Schüler, Student:
 68 % gegen
 Wehrpflicht



Wer noch nicht beim Heer war, hat eine klare Meinung: Mehr als zwei Drittel der Jungen sind für ein Ende der Wehrpflicht.

Unter 30: Für Wehrpflicht



Ja zur Wehrpflicht bei 30-Jährigen, die eben beim Heer waren.

Alle: ,Aus‘ für Wehrpflicht

Die Mehrheit der Österreicher ist gegen den Präsenzdienst.

Parteien: SPÖ und Grüne sind gegen die Wehrpflicht

Mit 61 % sind besonders SPÖ-Wähler gegen die Wehrpflicht.

Seite 2: FP-Politiker flüchten vor Wehrdienst

"FP-Politiker flüchten vor Wehrdienst"

BZÖ-Mann Stefan Petzner greift seine Ex-Parteifreunde Harald Vilimsky und Martin Strutz an. Die beiden FPler seien vor dem Wehrdienst "geflüchtet" – obwohl die FPÖ für die Wehrpflicht sei. Petzner: "Vilimsky hatte angeblich Heuschnupfen, das ist ja lachhaft." Delikaterweise verschickte Petzner Fotos, auf denen der FPÖ-General beim Fallschirmsprung zu sehen ist.

Vilimsky reagierte sauer und droht Petzner via ÖSTERREICH mit Klage: "Das klingt so, als ob ich unrechtmäßig etwas beeinflusst hätte. Ich war einfach in einer Stellungsstraße, und damit basta." Tatsächlich habe er mit 17 eine sehr starke Pollenallergie gehabt, die mit dem Alter – Vilimsky ist jetzt 44 – abgeklungen sei. Dazu sei eine Blinddarm-OP samt Abszess gekommen. Dass er sportlich sei, leugnet Vilimsky nicht: "Ich wäre gern zum Heer gegangen. Ich schieße ja auch gern."

Strutz hatte seine Stellung nach dem Studium – und schob auf, weil er damals für Jörg Haider arbeitete. Stellungsergebnis ein Jahr später: eine Zuckerkrankheit. Strutz gibt aber zu, dass die Untauglichkeit ihm gar nicht so unrecht kam.

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