Bangen um unsere Essiggurkerl

Appell an Politik

Bangen um unsere Essiggurkerl

Die Landwirtschaftskammer warnt: "Wenn sich nichts ändert, ist unser Gemüseanbau stark gefährdet".

In Österreich müssen wir nun um unser Gemüse fürchten. Der Grund ist nicht etwa der Klimawandel oder Unwetterschäden, sondern ein Mangel an Saisonarbeitern.

In Deutschland würden Erntehelfer besser verdienen. Zudem steht den heimischen Bauern nur ein gewisses Kontingent an Saisonarbeiter aus EU-Drittstaaten zur Verfügung. Dies setze der Branche enorm zu und gefährde gleichzeitig die Landwirtschaft.

„Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich fordert daher rasche Maßnahmen seitens des Sozialministeriums, um so traditionelle Branchen wie den Gurkerl-Anbau nicht zu verlieren“, bekräftigt  Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Der Anbau von Essiggurkerl erfordert pro hektar 2.500 Stunden Handarbeit. Da sich schon seit Jahren keine Einheimischen mehr für solche Jobs finden lassen, müssen die Bauern auf Ausländer zurückgreifen. Aber das Kontingent der Saisonarbeiter würde sich schon seit langem nicht mehr mit den Bedürfnissen der Landwirtschaft decken.

Kontigent muss erhöht werden

In den letzten Jahren wurden daher viele Betriebe geschlossen und die heimische Versorgung mit Verarbeitungsgemüse muss von immer weniger aktiven Landwirtinnen und Landwirten aufrechterhalten werden“, fordert Reisecker.

Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Oberösterreich hat die inhaltlichen Forderungen in Form einer Resolution an die zuständige Bundesministerin Beate Hartinger-Klein gerichtet. Um den Gemüseanbau in Österreich zu erhalten, ist das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz nun dringend gefordert, eine schnelle Umsetzung eines höheren Kontingents an Saisonarbeitskräften, einen jährlichen Durchrechnungszeitraum und eine Ausnahme von der Pensionsversicherungspflicht umzusetzen.

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