Bildung bleibt in Österreich "Sache der Vererbung"

Neue Statistik

Bildung bleibt in Österreich "Sache der Vererbung"

"Schwer, den Bildungsstatus der Eltern zu überwinden".

Noch immer hat die Bildung der Eltern großen Einfluss darauf, ob ihr Kind die Matura oder einen Hochschulabschluss erreicht. "Die Bildungsvererbung ändert sich nur langsam", so Statistik-Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer am Mittwoch bei der Präsentation des Datenbands "Bildung in Zahlen 2015/16" . Dort wurde auch eine neue interaktive Landkarte aller österreichischen Schulen vorgestellt.

Grundsätzlich sei in Österreich eine Verbesserung des Bildungsniveaus zu beobachten, gab sich Pesendorfer optimistisch. So sei etwa der Anteil der 25- bis 34-Jährigen, die maximal die Pflichtschule abschließen, seit den 1980ern von damals 40 auf heute unter 20 Prozent gesunken - eine wichtige Verbesserung, immerhin sei die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden, in dieser Gruppe besonders groß.

Burschen noch stärker von der Herkunft geprägt

Allerdings sei es noch immer "schwer, den Bildungsstatus der Eltern zu überwinden": So haben unter den 18- bis 20-jährigen Maturanten des Jahrgangs 2014/15 rund 31 Prozent zumindest ein Elternteil mit akademischem Titel, aber nur knapp vier Prozent Eltern mit Pflichtschulabschluss. Das unterscheidet sich deutlich von der Verteilung unter allen 18- bis 20-Jährigen (13 Prozent der Eltern mit Pflichtschul-, 17 Prozent mit Hochschulabschluss).

Bei den Burschen sei der Weg zur Matura noch einmal stärker von der Herkunft geprägt, wie Regina Radinger von der Direktion Bevölkerung betonte. 51 Prozent (AHS) bzw. 22 Prozent (berufsbildende höhere Schulen/BHS) der männlichen Maturanten haben Akademikereltern, unter Mädchen sind es 42 bzw. 16 Prozent. Die Herkunft entscheide dann in der Folge auch, wer an eine öffentliche Uni gehe (44 Prozent Akademikerkinder) und wer an eine Fachhochschule/FH (32 Prozent Akademikerkinder).



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