Coronavirus: So soll Österreich geimpft werden

Start ab Jänner ++ Ältere zuerst

Coronavirus: So soll Österreich geimpft werden

Der Wirkstoff gegen Covid-19 kommt. Ab Jänner 2021 könnte bei uns geimpft werden.

Seit Montag stehen drei potenzielle Impfstoffkandidaten auf der Liste des EU-Arzneimittelausschusses (CHMP). Jetzt prüft und testet die EU-Gesundheitsagentur (EMA) in „Rolling Reviews“ die Wirkstoffe der Konzerne Pfizer

BioNTech, AstraZeneca und Moderna: „Seit Oktober leiten die Firmen alle erforderlichen Daten an die EU-Agentur weiter“, beschreibt Virologin Christian Nicolodi in ÖSTERREICH den Prozess, „es kann somit in Echtzeit begutachtet werden“ .

  • Der britisch/schwedische Konzern AstraZeneca, der mit der Universität Oxford zusammenarbeitet, startete die „rollende Überprüfung“ am 1. Oktober.
  • Das Produkt von Pfizer-BioNTech (Deutschland-USA) sechs Tage danach.
  • Etwa zeitgleich lieferte Moderna (US-Konzern) die ersten Testdaten seines Impfstoffes. Reicht die Datenlage der Testreihen aus, kann der Antrag auf Zulassung gestellt werden. Die Zulassung ist letztlich nur mehr ein Formal-Akt.

Startschuss

Erteilt die EU-Gesundheitsbehörde in den kommenden Tagen einen positiven Bescheid, kann die EU-Kommission die Auslieferung des Impfstoffes an die jeweiligen Mitgliedsstaaten anordnen: „Wir können spätestens Anfang nächsten Jahres mit dem Impfen beginnen – vielleicht schon Ende dieses Jahres“, sagte der deutsche CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn.

Erste Impfungen im Jänner

Das österreichische Bundesamt für Sicherheit und Gesundheit sagt über den Impfstart: „Ende Dezember wäre der Optimalfall, realistischer scheint Anfang 2021.“ Und auch Kanzler Sebastian Kurz zeigt sich optimistisch. Voraussichtlich würde bereits im Jänner einige 100.000 Dosen Impfstoff geliefert: "Zunächst wollen wir die Risikogruppen und medizinisches Personal sowie Mitarbeiter in Pflegeheimen impfen und dann in die breite Masse gehen", so der Kanzler.

An einem Impfplan wird gearbeitet: Es beginnt in in systemrelevanten Berufen, danach werden Risikogruppen geimpft.

Virologin Christina Nicolodi: "Ministerium arbeitet bereits an Impfplan"

ÖSTERREICH: Jetzt gibt es drei Anbieter, was bedeutet das für Österreich?

Christina Nicolodi: Die Verträge zwischen EU und den Konzernen sind abgeschlossen, Österreich hat seine Kontingentvorschläge mitgeteilt. Wenn die Lizenz kommt, dann wird relativ rasch ausgeliefert.

ÖSTERREICH: Gibt es einen genauen Impfplan für Österreich?

Nicolodi: So weit mir bekannt, wird derzeit im Gesundheitsministerium an diesem gearbeitet. Das ist auch deshalb nötig, weil die Logistik genau geplant sein muss. RNA-Impfstoffe müssen Langzeit auf minus 80 Grad gekühlt werden und können somit nur zwischen fünf und 30 Tage im Kühlschrank gelagert werden.

ÖSTERREICH: Wer wird zuerst geimpft?

Nicolodi: Insassen in Pflegeheimen, Risikogruppen, Personen über 70 Jahre, Mitarbeiter im 
 Gesundheitsbereich, Pädagogen und Sicherheitspersonal.

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