Fall Nevrivy: Es geht um 800.000 Euro

Vorwürfe gegen SPÖ-Bezirkschef

Fall Nevrivy: Es geht um 800.000 Euro

In der Causa um Ernst Nevrivy kamen nun neue Details, etwa Summen, ans Licht.

Verdacht der Verletzung des Amtsgeheimnisses, der Bestechlichkeit, des Beitrags zur Untreue und der Vorteilsannahme zur Beeinflussung: So lautet die Liste der Vorwürfe, die die Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Ernst Nevrivy behandelt. Untersucht wird, wie berichtet, die Rolle des Donaustädter Bezirkschefs bei einem Grundstücksdeal an die 2018 pleitegegangene Firma Wienwert. Nun gibt es neue Details. (Es gilt die Unschuldsvermutung.)
 
Laut Unterlagen, die der APA von der FPÖ zugespielt wurden, wäre das betroffene Areal in Kagran im Oktober 2017 um 1,3 Mio. Euro von der Projektgesellschaft angekauft worden. 2018 hätten die Verkehrsbetriebe 2,15 Mio. netto für dieses bezahlen müssen. Die Differenz betrage also rund 800.000 Euro. Nevrivy steht im Verdacht, interne Infos an Wienwert weitergegeben zu haben, um den Deal zu realisieren.
 
Sponsoring. Dafür soll Nevrivy laut FPÖ nicht nur VIP-Karten für Fußballspiele erhalten haben. Er hätte auch aktiv 30.000 Euro an Sponsoring für die Kultband Wiener Wahnsinn eingefordert.
 
Er bestreitet alles. Der SP-Politiker bestreitet alle Vorwürfe. Sein Anwalt Volkert Sackmann wies alle Anschuldigungen zurück. "Das geplante Projekt der Wiener Linien war schon Jahre davor ein offenes Geheimnis, mein Mandant konnte bereits rein faktisch kein Amtsgeheimnis verraten", sagte er. Dazu habe Nevrivy den späteren Sponsor auch nur mit Mitgliedern von Wiener Wahnsinn bekannt gemacht. Von getroffenen Vereinbarungen wisse Nevrivy nichts, Fußball-Einladungen seien nicht als Vorteilsannahme zu sehen.
 
Forderung. Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp blieb jedoch bei der Forderung nach einer gemeinderätlichen Untersuchungskommission. "Offensichtlich ist, dass Steuerzahler aufgrund dieses Deals massiv geschädigt wurden."


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