Gratis-Tablets für Schüler kommen

Digitaler Masterplan

Gratis-Tablets für Schüler kommen

Kurz: Digitales Klassenzimmer mit Infrastruktur und Endgeräten.

Auf ihrer Reise nach Singapur und Hongkong stellten ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz und Bildungsminister Heinz Faßmann einen bildungspolitischen Meilenstein vor. Wie ÖSTERREICH berichtete, soll künftig jeder Schüler mit einem Gratis-Tablet versorgt werden – und zwar bis zum Ende der Legislaturperiode 2022. Die Regierung prüft derzeit mehrere Finanzierungsmodellen. Eine Möglichkeit sind Bund Leasingverträge mit den Herstellern.  „Wir wollen ein digitales Klassenzimmer schaffen“, so Kurz.

Faßmann arbeitet derzeit an einem „Masterplan Digitalisierung“, der bis 2019 fertig gestellt werden soll. Dieser fußt auf drei Säulen: Lerninhalte, Pädagogen-Bildung und Infrastruktur. Denn mit der Ausstattung von Tablets ist es nicht getan. Noch immer gibt es nur in etwa der Hälfte der Schulen leistungsfähiges W-Lan.  Zudem sind derzeit noch zu wenig Pädagogen für den digitalen Unterricht ausgebildet.

Digitale Kompetenz bei Lehrenden

Am wichtigsten ist für Faßmann die Schaffung digitaler Kompetenz bei den Lehrenden, denn ohne motivierte Lehrende nütze auch ein Masterplan nichts. Weiters müsse die notwendige Infrastruktur in Form von schnellem Internet in Schulen und zu Hause bei den Schülern, sowie entsprechende Endgeräte wie Tablets und Laptops bereitgestellt werden. Und schließlich müssten die Inhalte digitalisiert werden: Neben Lehr- und Lernsoftware gehe es auch um algorithmisches Denken und Wissen über Softwareentwicklung. In dem Zusammenhang müsse man auch die Lehrpläne anschauen, einiges streichen und anderes neu hinzufügen. Durch das digitale Lernen eröffneten sich auch Möglichkeiten einer neuen Pädagogik, etwa mit Individualisierung durch Lernsoftware, selbstbestimmtem Lernen und Teamarbeit für Projekte, die über die traditionelle Fächerkultur hinausreichen.


Auf die Frage nach den Kosten verwies der Bundeskanzler darauf, dass der Finanzminister natürlich informiert sei. Am aufwendigsten sei die Schaffung der Netzanbindung, die Ausstattung der Klassen - Stichwort "digitales Klassenzimmer" - koste zwar auch Geld, aber weniger. Bei den Endgeräten für Schülerinnen und Schüler gebe es verschiedene Möglichkeiten und Modelle, mit und ohne Einbindung der Eltern. Wichtig sei jedenfalls ein einheitlicher Beschaffungsvorgang, damit es nicht unterschiedliche Geräte gebe und damit ein Chaos für die Lehrer.

Ausbau des schnellen Internets

Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) zeigte sich zuversichtlich, den Ausbau des schnellen Internets voranzutreiben. "Unser Ziel ist es, bis 2020 die 100 MBit pro Sekunde flächendeckend zur Verfügung stellen zu können", sagte er. Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer will den Masterplan unterstützen. Die WKÖ stelle ihre Bildungsstrategie im vierten Quartal vor. Die duale Ausbildung sei keine Ausbildung zweiter Klasse, sondern solle die besten Köpfe anziehen. Dafür müsse sie adäquat weiterentwickelt und mit neuem Image versehen werden.

In Singapur und in Hongkong steht der Besuch von Bildungseinrichtungen auf dem Programm der österreichischen Regierungsmitglieder, um den Umgang mit den Herausforderungen der Digitalisierung zu untersuchen. Heute wurde die Canadian International School, eine Privatschule, besucht, morgen wird eine öffentliche Schule angeschaut.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten