Hypo: SPÖ rückt von Schelling ab

Wien

Hypo: SPÖ rückt von Schelling ab

Nach Heta-Urteil: Murren über Hypo-Kurs. 

Das deutsche Milliarden-Urteil gegen Österreich in Sachen Heta schlägt hohe Politwellen. Der Konfrontationskurs, den Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) in der Hypo-Pleite gegen die internationalen Finanzmärkte fährt, stößt vielen in der SPÖ sauer auf. Noch reden sie aus Staatsräson hinter vorgehaltener Hand. Dennoch: Immer mehr prominente Rote warnen vor nachhaltigem Schaden für den Standort Österreich – wir seien keine verlässlichen Schuldner mehr.

Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina (SPÖ) hält es gar für möglich, dass der Bund am Ende für alle ungedeckten Hypo-Haftungen – aktuell rund sieben Milliarden Euro – einspringen muss.

Mobbing“. Fiskalratspräsident Bernhard Felderer sieht es anders: Er spricht von „Mobbing im Ausland gegen Österreich“, das er mit den Sanktionen gegen Schwarz-Blau vergleicht. „Das müssen wir durchstehen.“(fuw, std)

 

Ex-Finanzminister im Talk

Lacina: ›Keine Kraftmeierei‹

 

ÖSTERREICH: Haben wir unseren finanziellen Ruf ruiniert?

Ferdinand Lacina: Ich glaube, dass noch kein sehr großer Schaden eingetreten ist. Zurückhaltung und Vorsicht sind aber angebracht. Für Kraftmeierei habe ich wenig Verständnis.

ÖSTERREICH: Müssen wir am Ende alles bezahlen?

Lacina: Ich hoffe das als Steuerzahler nicht, aber vielleicht bleibt uns irgendwann nichts anderes mehr übrig. Ich bin nicht so op­timistisch wie der jetzige Finanzminister.

ÖSTERREICH: Was raten Sie dem Kanzler?

Lacina: Ich habe keinen vollen Einblick. Was ich aber nicht verstehe: Wie kann man um 340 Millionen Euro (für Kärnten – Anm.) solche Bittgänge inszenieren, wenn es um viele Milliarden geht?



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