Kassen zittern um ihre Ambulatorien

WGKK rechnet mit Privatisierung

Kassen zittern um ihre Ambulatorien

Die Chefin der Wiener Gebietskrankenkasse rechnet mittelfristig mit Privatisierung.

Insgesamt 885.000 Patientenkontakte hatten allein die vier Gesundheitszentren und acht Zahnambulatorien der Wiener Gebietskrankenkassen – doch deren Zukunft ist offen. Denn ab 1. Jänner 2020 werden ja die neun Kassen zur „Österreichischen Gesundheitskasse“ zusammengelegt. Die Chefin der Wiener Gebietskrankenkasse, Ingrid Reischl, rechnet mittelfristig mit einer Privatisierung der Gesundheitseinrichtungen: „Das wäre ja auch ein gutes Geschäft, wir bieten ja Leistungen etwa im Zahnbereich derzeit deutlich günstiger an, was den Patienten zugutekommt.“

"Günstige Brücken wären dann Vergangenheit"

Tatsächlich werden künftig die Arbeitgeber das Sagen in der Gesundheitskasse haben – und deren Experten fordern schon lange sogenannte PPP-Modelle für die kasseneigenen Gesundheitseinrichtungen.

Günstige Brücken und Kronen gehörten dann der Vergangenheit an, befürchtet man bei der WGKK. „Bisher ist die gesamte Kassenreform dem Konzept der Wirtschaftskammer gefolgt – dieser Punkt fehlt aber noch.“ Auch die Zukunft des Wiener Wilhelminenspitals sei völlig offen. Auch ein Privatisierungsfall? Reischl sieht einen Trend: „Unsere Kasse zahlt derzeit aufgrund der gesetzlichen Vorgaben schon mehr für Privatspitäler als für die gesamte kindermedizinische Versorgung.“

Derzeit nicht geplant

Im Sozialministerium kann man derzeit keine Details zur Zukunft der kasseneigenen Gesundheitseinrichtungen machen. Ambulatorien und Spitäler gingen am 1. Jänner 2020 samt Personal in die ÖGK über. Privatisierungen seien derzeit keine geplant. (gü)

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