Krach um Politiker-Gemälde

Teures Vergnügen

Krach um Politiker-Gemälde

14.000 Euro für Porträts der Ex-Justizminister – das ist den Grünen zu viel Geld.

In den letzten fünf Jahren gab das Justizministerium 14.160,40 Euro für Ölgemälde der scheidenden Minister aus: Das Porträt von Maria Berger (SPÖ) kostete 4.400 Euro, Claudia Bandion-Ortner engagierte ihren Ehemann als Künstler und löhnte dafür 3.640,40 Euro. Der nur sieben Wochen amtierende Johannes Hahn gab gar 6.120 Euro aus. Grüne und NEOS können diese Ausgaben nicht nachvollziehen.
Grüne: »Zu hohe Ausgaben für Repräsentation«

Für den grünen Kultursprecher Wolfgang Zinggl ist es zwar positiv, dass Künstler, die bekanntermaßen oft knapp bei Kasse sind, dadurch einen guten Zuverdienst haben. Aber: „Für Repräsentationszwecke wird in diesem Land zu viel Geld ausgegeben.“ Er ärgert sich, dass ausgerechnet in diesem Bereich nicht gespart wird. Aber Zinggl stößt sich nicht nur an den Ausgaben: „Mich stört die Eitelkeit der Leute, die sich porträtieren lassen. Das ist ein Stil des 19. Jahrhunderts.“ Er verstehe nicht, was einem Justizminister daran liegt, in der Ehrengalerie zu hängen.

Grüne und NEOS sind für ein Ende der Tradition
Das Justizministerium verweist auf die „Tradition, ein Porträt aller Justizminister der 2. Republik nach deren Amtszeit anfertigen zu lassen“. NEOS-Chef Matthias Strolz lässt das nicht gelten: „Das sind Relikte, die können wir gerne abstellen.“ Porträts für Staatsoberhäupter seien in Ordnung, „aber für Minister brauchen wir das nicht“. Zinggl betont, dass „Traditionen irgendwann unterbrochen werden können“.



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