Das sagt ÖSTERREICH – ein Kommentar von Chefredakteur Niki Fellner.
Wie lange will die Regierung die Wahl noch hinauszögern? Glaubt man dem eifrigen Wahlkampf-Modus, indem sich insbesondere die ÖVP befindet, wohl nicht mehr allzu lange.
In der Tat spricht vieles dafür, dass türkis-grün im Frühjahr 2024 wählen lässt - also rund ein halbes Jahr vor dem geplanten Termin. In der Regierung geht ohnehin kaum noch etwas weiter, große Würfe sind im kommenden Jahr (leider) nicht mehr zu erwarten. Im Gegenteil: ÖVP und Grüne richten sich bei jeder Gelegenheit Unfreundlichkeiten aus.
Vor allem aber findet im Juni die EU-Wahl statt. Der ÖVP droht dort eine ordentliche Watschen. Die FPÖ könnte auf der Protest-Welle hingegen erstmals Platz 1 holen. Die Folgen wären verheerend: Den ganzen Sommer über wäre die ÖVP in den Negativ-Schlagzeilen, die FPÖ hingegen im Aufwärts-Trend.
Kaum vorstellbar, dass die ÖVP-Strategen mit so einer Stimmung in eine Nationalratswahl im Herbst gehen wollen. Stattdessen werden die Provokationen zwischen Türkis und Grün in den nächsten Monaten wohl immer mehr zunehmen.
Die Frage ist dann nur noch: Wer blinzelt zuerst – und lässt die ungeliebte türkis-grüne Koalition endlich platzen?