Spekulations-Fiasko lückenlos aufklären!

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Spekulations-Fiasko lückenlos aufklären!

Das sagt ÖSTERREICH – ein Kommentar von Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel zur Causa Wien Energie.

Vertrauensverlust. Es habe keine unerlaubten Spekulationen gegeben, antwortet der Aufsichtsratschef der Wien Energie auf einen Vorwurf, der gar nicht erhoben wurde, und wirft damit weitere Fragen auf.

Sind wirklich nur die „verrückten Märkte“ ­(Copyright: Peter Hanke) für das Milliardenloch verantwortlich? Wurde zu stark auf – erlaubte –, aber viel zu riskante kurzfristige Derivate gesetzt? Und seit wann sind Einkäufe und Verkäufe an den Börsen keine Spekulationen? Warum wurde nicht bereits im Juli – als die Stadt Wien still und heimlich für 700 Millionen Euro garantierte – öffentlich nach einem Schutzschirm für die Energiewirtschaft ge­rufen? Auf all diese Fragen müssen Wien Energie, Wiens SPÖ-Finanzstadtrat Peter Hanke, aber auch Bürgermeister Michael Ludwig bald ­klare Antworten geben.

Das Geflügelte „alles ist gut“ wird nicht reichen. Die Finanzmisere des städtischen Betriebes muss lückenlos aufgeklärt werden – und zwar durch den Bundesrechnungshof.

Schwarze Schadenfreude keine Ausrede

Vorsicht. Die offenkundige Schadenfreude der ÖVP ändert übrigens ­wenig daran. Gleichzeitig sind alle politischen Ebenen – Bundes- sowie Stadtregierung – gefordert ­echte Lösungen gegen die explodierenden Energiepreise zu finden. Mit wechselseitigem Fingerzeigen wird das Problem sicher nicht gelöst werden. Man verliert nur immer weiter an Vertrauen.