Rauchverbot

Protest-Aktion

Rauchverbot: Wirte gehen auf die Barrikaden

Das generelle Rauchverbot in der Gastronomie sorgt weiter für Aufregung.

Es ist einer der Streitpunkte in der Koalition: Die FPÖ will das generelle Rauchverbot in Lokalen, das ab Mai 2015 gelten soll, stoppen. Die ÖVP will dabei aber nicht mitspielen. Wenig überraschend bekommt die FPÖ jetzt Unterstützung von denen, die es beruflich am meisten betrifft: Die Wirte laufen Sturm gegen das Rauchverbot.

Bei einer Informationsveranstaltung am Donnerstag wollen 40 Wirte mit "freien Geistern und Freidenkern" ein Zeichen gegen "überbordende Bürokratie und Bevormundung der Bürger" setzen. Initiiert wurde die Protest-Aktion, die in der Weinbar Vino in der Lichtenfelsgasse stattfinden soll, von Szene-Wirt Heinz Pollischansky. Den Gastronomen geht es dabei nicht um eine Aufhebung des Rauchverbots, sie wollen nur die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob in ihren Lokalen geraucht wird oder nicht.

Immer mehr Raucher für Rauchverbot

 
Wie Umfragen in den vergangenen zehn Jahren ergaben, spricht sich eine breite Mehrheit der Bevölkerung allerdings für Qualmfreiheit aus. In Ländern, in denen in Lokalen nicht zur Zigarette gegriffen werden darf, ist die Zustimmung zu dieser Maßnahme unter Rauchern selbst stark gestiegen, erhob das Deutsche Krebsforschungsinstitut.
 
"Internationale Erfahrungen zeigen anschaulich, dass die Zustimmung zu rauchfreien Lokalen nach deren Umsetzung noch weiter ansteigt", berichtete Thomas Dorner von der Med Uni Wien am Mittwoch. So wurden in Deutschland ab 2007 Nichtraucherschutz-Gesetze in den Bundesländern erlassen. Lag die allgemeine Zustimmung dafür im Jahr 2006 bei 59 Prozent - "geringer als heute in Österreich" -, so sei sie 2014 auf 81 Prozent gestiegen.
 
Auch Raucher scheinen die frische Luft zu genießen: Erhebungen nach sieben bis 24 Monaten nach der Einführung des Rauchverbots in Lokalen ergaben eine Steigerung der Zustimmung unter Rauchern in Irland von 45,7 auf 80,8 Prozent, in Frankreich von 40,2 auf 70,7 Prozent, in Deutschland von ebenfalls 40,2 auf 60,2 Prozent und in den Niederlanden von 20 auf 44,8 Prozent. Als Quelle dazu wurde das Deutsche Krebsinstitut angeführt.
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