Wiener Gürtel wegen feministischer Blockade gesperrt

Demo gegen Gewalt an Frauen

Wiener Gürtel wegen feministischer Blockade gesperrt

Donnerstagfrüh wurde vor dem Wiener Westbahnhof demonstriert. Die Demo richtete sich unter anderem gegen Abschiebungen und Gewalt gegen Frauen. Der Mariahilfergürtel musste gesperrt werden.

Eine nicht angemeldete, spontane Kundgebung hat Donnerstag früh zu Behinderungen im morgendlichen Frühverkehr gesorgt. Beim Westbahnhof am Mariahilfer Gürtel haben sich laut Polizei rund 20 Teilnehmer zusammengefunden. Die Demonstranten sprachen von 70 Teilnehmern. Sie wollten auf den internationalen feministischen Kampftag am 8. März aufmerksam machen.

Sitzblockade

Dabei handelt es sich laut Aussendung der Demonstranten um einen Zusammenschluss verschiedener Gruppierungen, die mit technischen Blockademitteln sowie einer Sitzblockade Stillstand der Politik symbolisch auf die Straße bringen wollen. Sie übten Kritik nicht nur an der österreichischen Politik, sondern auch an der zu wenig geführten öffentlichen Debatte über strukturelle Diskriminierung und sexualisierte Gewalt an Frauen. An der Aktion nahmen Menschen teil, die sich als Frauen, Lesben, intersexuell, nicht-binär, als Trans Personen oder nicht geschlechtlich identifizieren.

Das "feministische und antifaschistische" Kollektiv "Lauter" informierte auf Twitter über die Aktion. "Die feministische Blockade am Wiener Gürtel beim Westbahnhof steht stabil", schrieben Sie via Twitter.

Gegen Abschiebungen und Gewalt an Frauen

Demonstriert wird unter anderem gegen Abschiebungen nach Tschetschenien, für den Stop von Femiziden und gegen "strukturelle Diskriminierung und sexualisierte Gewalt gegen Frauen", wie die Aktivisten in einer Aussendung bekannt gaben.

Zwei neue Demos am 8. März geplant

"Täglich werden Menschen aufgrund ihres Geschlechts bzw. Gender in ihren Lebensbelangen zurückgehalten und unterdrückt. Deswegen reicht es nicht aus nur an einem Tag im Jahr für Gleichberechtigung auf allen Ebenen zu streiken. Wir setzen heute den Auftakt, um jeden Tag und nicht nur den 8. März zum feministischen Kampftag zu machen", sagte eine Teilnehmerin in der Aussendung. Für den 8. März sind zwei Demonstrationen mit Start um 14.00 Uhr am Karlsplatz und um 17.00 Uhr am Stephansplatz angekündigt.

Kein fröhlicher Weltfrauentag

"Ein fröhlicher "Weltfrauentag" sei fehl am Platz, wenn Tag für Tag Frauen sowie trans- und nicht binär geschlechtliche Personen Gewalt erfahren, sagte ein weiterer Teilnehmer. Während der Pandemie haben vor allem Frauen die Mehrarbeit durch die Krise getragen, auch die Zahlen von Gewalt gegen Frauen seien gestiegen. Laut den Aktivisten seien im vergangenen Jahr 25 Femizide verübt worden, aber gleichzeitig die finanziellen Mittel für Frauenhäusern reduziert worden.

Ein Kilometer Stau

Für den Individualverkehr bedeutete die Aktion allerdings einige Verzögerungen in dem Bereich. Durch die Sitzblockade musste der Verkehr des äußeren Gürtels über die Felberstraße umgeleitet werden. Der Stau reichte laut ÖAMTC etwa einen Kilometer bis zur Jörgerstraße zurück. Am inneren Gürtel kam es ebenfalls zu Problemen, weil die Autofahrer nicht in die Felberstraße abbiegen konnten.

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