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Bio-vegane Landwirtschaft braucht Förderung

Bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU wird der Kampf gegen Umweltzerstörung und Klimawandel ein Teil der Zielsetzung sein.

Daher wandte sich Peta am 22. Februar an die deutsche Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. In ihrem Schreiben forderte die Tierrechtsorganisation die Ministerin auf, die Förderung der bio-veganen Landwirtschaft explizit in die GAP-Reform aufzunehmen.

Nutztierhaltung sorgt für Kollateralschäden

Peta wies in dem Schreiben darauf hin, dass die Produktion tierischer Produkte wesentlich mehr Wasser, Landflächen und andere Ressourcen verbraucht und mehr schädliche Emissionen verursacht als vegane Nahrungsmittel. Zudem sind tierische Produkte ein Risiko für Menschen und andere Tiere. Auf Tiermärkten, in Agraranlagen und Schlachthäusern sind zahlreiche Tiere in der Regel inmitten ihrer eigenen Exkremente auf engstem Raum eingesperrt und werden – häufig noch im Kindesalter und ohne ausreichende Betäubung – gewaltsam auf blutverschmierten Böden getötet. Das macht diese Orte zur Brutstätte für potenziell tödliche Keime. SARS, die Schweine- und die Vogelgrippe sowie Covid-19 hatten ihren Ursprung allesamt dort, wo der Mensch Tiere einsperrt und tötet.

EU muss bio-vegane Landwirtschaft fördern

„Der Klimawandel gehört zu den drängendsten Problemen unserer Zeit – um den in der Agrarreform genannten Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen wirksam nachzukommen und Landwirte bei der nachhaltigen Bewirtschaftung zu unterstützen, muss die bio-vegane Landwirtschaft gefördert werden – nicht zuletzt auch, um erhöhten Risiken für Infektionsausbrüche entgegenzuwirken und das immense Tierleid zu beenden“, so Ilana Bollag, Peta's Fachreferentin für Klima und Ernährung.

Abkehr von Tierwirtschaft notwendig

Die bio-vegane Landwirtschaft ist eine Alternative zur Kreislaufwirtschaft mit Düngemitteln aus der Tierindustrie und chemischen Düngern. Sie ist PETAs Ansicht nach die Zukunft für eine tier- und umweltfreundliche Landwirtschaft. Den Vereinten Nationen zufolge braucht es einen globalen Umstieg auf die vegane Ernährung, um den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken.

Studien zeigen, dass ein weitgehender Umstieg auf die vegane Ernährung die weltweit durch Nahrung verursachten Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 70 Prozent senken könnte. Die bio-vegane Landwirtschaft kann Umweltproblemen wie dem Artensterben, der Nitratbelastung des Grundwassers und der Versauerung der Böden entgegenwirken.

Die Tierwirtschaft verursacht global betrachtet mehr Treibhausgase als der gesamte Verkehrssektor. Eine 2020 veröffentlichte Studie verdeutlicht, dass die Produktion von Bio-Fleisch genauso klimaschädlich ist wie die von Fleisch aus konventioneller Haltung. Hinzu kommt, dass die Tierwirtschaft gravierende Folgen für die menschliche Gesundheit hat: Aufgrund der hohen Antibiotikagabe in Tierställen kommt es verstärkt zu Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen, an denen dem Robert Koch-Institut zufolge allein in Europa jährlich 33.000 Menschen sterben. Jeder vegan lebende Mensch rettet jährlich nahezu150 Tierleben und kann zudem sein eigenes Risiko für Krebs, Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Diabetes und Übergewicht reduzieren.

Peta's Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 21. März 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 28. März 2021, 18:30 Uhr.

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