Mutter getötet! Otter-Baby Poldi gerettet

Muttertier von Auto überfahren: Verwaister Babyotter in Eulen- und Greifvogelstation Haringsee aufgezogen

Die von Vier Pfoten geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee hat einen sehr quirligen neuen Bewohner: Fischotter-Baby „Poldi“ wurde vor wenigen Tagen in St. Veit an der Gölsen im Bezirk Lilienfeld gefunden. Seine Mutter war leider von einem Auto überfahren worden. Alleine hätte der kleine Otter nicht überlebt. Mit „Poldi“ ist nun bereits der dritte Fischotter innerhalb kurzer Zeit in die Station gekommen; wenige Wochen zuvor war „Bernie“ gerettet worden, die schon kurz danach mit „Jona“ einen Gefährten bekam.

Poldi wird aufgepäppelt und später ausgewildert

„Poldi wog beim Finden erst 750 Gramm, aber er hält uns bereits ordentlich auf Trab. Erfreulicherweise hat er von Anfang an brav aus seinem Fläschchen getrunken und ist daher putzmunter und gesund. Wir schätzen sein Alter auf etwa fünf Wochen“, erzählt Vier Pfoten-Tierarzt Dr. Hans Frey, der die Eulen- und Greifvogelstation Haringsee leitet. Frey und seine Frau Sigrid ziehen den kleinen Otter derzeit noch in ihrem privaten Haus neben der Station auf, da er fast rund um die Uhr Pflege braucht.

Seine Artgenossen Bernie und Jona hat Poldi noch nicht kennengelernt. „Momentan ist er noch zu klein; die beiden anderen Otterjungen sind ja bereits doppelt so groß. Wir hoffen aber sehr, dass wir sie alle drei schon in wenigen Wochen zusammenführen können, damit auch Poldi den wichtigen Kontakt zu Artgenossen und Spielkameraden hat“, so Dr. Frey.

Ziel ist es jedoch, wie immer in der Eulen- und Greifvogelstation, swohl Poldi, Bernie und Jona letztendlich wieder in die Natur zu entlassen.

Fischotter: EU-weit streng geschützt, Töten in Österreich dennoch erlaubt

Obwohl sie europaweit streng geschützt sind und sich viele Länder aktiv um die Wiederansiedelung der eleganten Wassermarder bemühen, werden in einigen österreichischen Bundesländern Verordnungen erlassen, die eine Tötung von Fischottern erlauben. In Niederösterreich dürfen z.B. durch eine solche Verordnung bis 2023 pro Jahr 50 männliche Tiere getötet werden. Dr. Frey erklärt, warum dies nicht nur aus Artenschutz-, sondern auch aus Tierschutzsicht mehr als problematisch ist: „In der Praxis ist es völlig unmöglich, vor der Tötung des Tieres eine Aussage über dessen Geschlecht zu machen. Daher werden mit Sicherheit auch Muttertiere, die dann ihre Jungtiere als Waisen und nicht überlebensfähig zurücklassen, getötet werden. Junge Fischotter werden mindestens ein Jahr lang von ihrer Mutter geführt und sind ohne diese Führung dem sicheren Tod geweiht.“

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 28. November 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 5. Dezember 2021, 18:30 Uhr.



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