Alle feiern das Kurz-Wunder

Weil er Rechtspopulisten entzauberte

Alle feiern das Kurz-Wunder

2.000 Kurz-Fans feierten den Triumph bis weit nach drei Uhr früh: laut, heftig, ausgelassen in Hübners Kursalon, türkise Partylocation im Wiener Stadtpark. Am Ende rockte der DJ sogar mit Bella Ciao ein italienisches Partisanenlied und den Sommerhit 2018.

Der Kurz-Sieg beeindruckte Europa. Weil er mit seiner mutigen Neuwahlstrategie die Rechtspopulisten entzauberte. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Macron gratulierten noch in der Nacht per „SMS“. Jean-Claude Juncker, scheidender EU-Chef und Kurz-Freund, schrieb Montagfrüh: „Ich wünsche dir viel Erfolg und eine stabile Regierung mit proeuropäischem Kurs.“ Und: „Für die anstehenden gemeinsamen Herausforderungen braucht unsere EU eine starke österreichische Stimme.“

Juncker Kurz © APA/HANS KLAUS TECHT

Kurz als Vorbild für die Konservativen Europas

Lob. Jubel auch in der EVP, konservative Parteifamilie in der EU. Fraktionschef Manfred Weber: „Du und deine Volkspartei haben gezeigt: Eure Verbindung von Modernität und Tradition begeistert die Menschen!“ Beeindruckt auch der Italiener Antonio Tajani, Ex-EU-Parlamentspräsident: „Einmal mehr triumphieren die liberalen, demokratischen und christlichen Werte von Europa.“

Die deutsche CDU-Spitze sucht nun Lehren aus dem Kurz-Wahlsieg. CDU-Vize-Chefin Julia Klöckner lobte die „klare Haltung“ von Kurz. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet zur Themensetzung: „Klare Ideen, kurze Sätze und prägnante Botschaften.“ Das könnte auch für die CDU erfolgreich sein, so ­Laschet. Kurz-Freund Jens Spahn, Deutschlands Gesundheitsminister: „Mit Mut zu Haltung zum Erfolg.“

Extrem positiv auch die Medien: Bild sieht im Kurz-Sieg ein Vorbild für ganz Europa. Ungarns Online-Portal „Azonnali.hu“ nennt Kurz „Wunderkind“. Der Corriere della Sera in Mailand bezeichnet ihn bereits als „Kaiser Kurz“ und schreibt euphorisch: „Mehr als eine Wahl – es war eine Revolution.“ Die Washington Post ist beeindruckt: „Denkwürdiges Votum, Kurz erhielt eine 2. Chance. Sein grandioses Comeback wird er sich kaum von der FPÖ vermasseln lassen.“

Kurz: "Die Verhandlungen werden nicht einfach"

Kurz im Gespräch mit dem deutschen Magazin „Focus“: „Aus meiner Sicht gibt es diese Koalitionsvarianten – nämlich mit der Sozialdemokratie, mit der Freiheitlichen Partei und den Grünen, beziehungsweise mit Grünen und Neos. Die Verhandlungen werden nicht einfach, aber wir sind trotzdem sehr dankbar, dass wir sie führen dürfen.“

Über seine Strategie: „Wir haben bei dieser Wahl ein Versprechen abgegeben, nämlich, dass wir mit allen Gespräche führen und versuchen, jene Koalition zu bilden, die stabil, aber bestmöglich für Österreich arbeiten kann.“
Über Kompromisse in Richtung Grüne: „Ich halte den Kampf gegen den Klimawandel für ganz wichtig, bin aber niemand, der glaubt, dass es keine anderen Themen mehr gibt.“
Über eine mögliche CO2-Steuer: „Ich lehne neue Steuern grundsätzlich ab. Wir sind ein Spitzensteuerland und unsere Politik ist klar: nämlich die Steuern zu senken, damit arbeitenden Menschen wieder mehr zum Leben bleibt.“
Über einen Schwenk bei der Migration: „Für uns in Österreich ist nach wie vor wichtig, zu entscheiden, wer bei uns lebt und wie die Migration kontrolliert werden kann. Dass wir wirtschaftlich erfolgreich sein wollen, dass es genug Arbeitsplätze in unserem Land gibt und die Menschen gut davon leben können.“

K. Wendl

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