1,5 Millionen auf der Flucht

Syrien

1,5 Millionen auf der Flucht

UNHCR: Gesamtzahl der Bürgerkriegs-Flüchtlinge ist noch weit höher.

Die Zahl der Flüchtlinge vor dem Bürgerkrieg in Syrien hat die Grenze von 1,5 Millionen überstiegen, das hat das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) am Freitag mitgeteilt. "Die Tatsache, dass mehr als eineinhalb Millionen registriert wurden oder auf eine Registrierung warten, heißt leider, dass die eigentliche Zahl weit höher ist", hieß es in einem in Genf veröffentlichten Statement.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sprach sich für eine schnellstmögliche Einberufung der geplanten Syrien-Konferenz aus. "Wir dürfen den Schwung nicht verlieren", sagte Ban am Freitag nach einem Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow. Ein Termin sei aber noch nicht vereinbart. Lawrow pflichtete Ban bei: "Je eher, desto besser", sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Sotschi. Im Laufe des Tages ist noch ein Treffen Bans mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geplant.

Die Syrien-Konferenz haben Russland und die USA kürzlich vorgeschlagen. In dem seit rund zwei Jahren anhaltenden Konflikt in Syrien sind Schätzungen zufolge bisher mehr als 100.000 Menschen getötet worden. Die USA und andere westliche sowie arabische Staaten unterstützen die Rebellen, während Russland mit der Regierung von Präsident Bashar al-Assad verbündet ist. Dies hat konkrete Maßnahmen des UN-Sicherheitsrates zur Beendigung des Konflikts bisher verhindert.

Lawrow bekräftigte in Sotschi die russische Position, dass auch der Iran an der Syrien-Konferenz teilnehmen müsse. Der Iran ist neben Russland einer der letzten Verbündeten Assads. Die Forderung Lawrows könnte die Einberufung der Konferenz erschweren, da viele westliche Länder Vorbehalte gegen den Iran haben, dem sie ein geheimes Atomwaffen-Programm vorwerfen.

Aber auch die syrische Regierung und die Rebellen haben über eine Teilnahme an der Konferenz noch nicht entschieden, auf der es auch um die Bildung einer Übergangsregierung gehen soll. Die sehr heterogen zusammengesetzte syrische Opposition hat bisher einen Rücktritt Assads als Vorbedingung für Verhandlungen genannt. Syriens Regierung lehnt dies ab und verwahrt sich gegen jegliche Einschränkung ihrer nationalen Souveränität.
 

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