Der Arabische Frühling und seine Folgen

"Jasmin-Revolution"

Der Arabische Frühling und seine Folgen

Lage nicht nur in Tunesien instabil

Mit der "Jasmin-Revolution" in Tunesien begann vor mehr als zwei Jahren der Arabische Frühling. Seitdem ist die Region in Aufruhr. Es gibt Massenproteste, Anschläge und einen Bürgerkrieg. Ein Blick auf die wichtigsten Umbruchländer:

ÄGYPTEN: Präsident Hosni Mubarak wurde im Februar 2011 gestürzt. Zunächst übernahm das Militär die Macht, dann wurde der Muslimbruder Mohammed Mursi zum Präsidenten gewählt. Doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Der autoritäre Führungsstil des Staatsoberhaupts sorgt immer wieder für Proteste. Die dramatische Wirtschaftslage verschärft die Situation noch. Die Opposition fordert den Rücktritt Mursis und lehnt jeden Dialog mit dem Präsidenten ab. Im Jänner kam es nach dem zweiten Jahrestag der Revolution zu den blutigsten Protesten seit dem Amtsantritt des Islamisten mit fast 60 Toten. In drei Städten am Suez-Kanal wurde daraufhin der Ausnahmezustand verhängt.

JEMEN: Nach monatelangen Protesten erklärte Langzeitpräsident Ali Abdullah Saleh im November 2011 seinen Machtverzicht. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen des Umbruchs. In dem Armenhaus im Süden der Arabischen Halbinsel haben Aufständische massiv an Einfluss gewonnen. Immer wieder gibt es Anschläge. Die jemenitische Armee geht hart gegen die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehenden Jihadisten vor. Die USA hilft mit Drohnen. Präsident Abed Rabbo Mansour Hadi hat nun einen nationalen Dialog angekündigt. Er soll am 18. März beginnen.

LIBYEN: Das nordafrikanische Land hat seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi einige Schritte in Richtung Demokratie unternommen. Doch nach Parlamentswahl und Regierungsbildung droht wegen des Streits um den Verfassungsprozess politischer Stillstand. Die größten Herausforderungen für die Regierung sind außerdem die schlechte Sicherheitslage und die Präsenz zahlreicher Milizen. Jüngst haben mehrere westliche Staaten ihre Bürger aufgefordert, die Stadt Benghazi wegen einer "unmittelbaren Bedrohung" zu verlassen. Im September vergangenen Jahres waren dort bei einem Terroranschlag auf das US-Konsulat vier US-Bürger getötet worden, unter ihnen der US-Botschafter in Libyen.

SYRIEN: Der Aufstand gegen Präsident Bashar al-Assad begann im März 2011. Inzwischen tobt im Land ein Bürgerkrieg, bei dem nicht nur Regierung und Rebellen, sondern auch verschiedene ethnische oder religiöse Gruppen gegeneinander kämpfen. Nach UNo-Schätzungen kamen mehr als 60:000 Menschen ums Leben. Die internationale Gemeinschaft ist in der Frage weiter zerstritten. Einen Dialog zwischen Regierung und Opposition gibt es ebenfalls nicht.

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