Häftling litt bei Hinrichtung qualvoll

Exekutions-Welle

Häftling litt bei Hinrichtung qualvoll

 Der US-Staat Arkansas hat zum vierten Mal binnen acht Tagen einen Häftling hinrichten lassen. Der verurteilte Mörder Kenneth Williams sei am Donnerstagabend durch eine Giftspritze getötet worden, teilte die Generalstaatsanwältin von Arkansas mit. Versuche seiner Anwälte, in letzter Minute einen gerichtlichen Aufschub zu erreichen, waren zuvor gescheitert.

Es war die letzte Exekution in einer umstrittenen Serie von Hinrichtungen in Arkansas. Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, wollte ursprünglich acht Häftlinge binnen elf Tagen hinrichten lassen, weil Ende April das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Die Verwendung dieser Substanz ist wegen Berichten über qualvolle Tode höchst umstritten. In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. In der EU gilt ein Exportverbot für Produkte, die für Hinrichtungen oder zur Folter verwendet werden können.

Langer Todeskampf

Der 38-jährige Williams war nun der vierte und letzte Häftling innerhalb von acht Tagen, dessen Todesurteil vollstreckt wurde. Berichten von Augenzeugen zufolge dauerte der Todeskampf des Mannes mehrere Minuten lang - er krümmte sich und schnappte verzweifelt nach Luft.

Williams hatte 1998 eine 19-jährige Cheerleaderin ermordet und war deshalb zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 1999 entkam er in einem Fass mit Küchenabfällen versteckt aus dem Gefängnis. Auf einer Farm in der Nähe der Haftanstalt erschoss er den 57-jährigen Cecil Boren und stahl dessen Wagen. Im Nachbarstaat Missouri lieferte er sich eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei, bei der der 24-jährige Lieferwagenfahrer Michael Greenwood getötet wurde.

Williams' Anwälte hatten bis zuletzt für den Stopp der Exekution gekämpft. Der 38-Jährige wurde hingerichtet, nachdem mehrere Gerichte ihre Anträge abgewiesen hatten, darunter auch der Oberste Gerichtshof der USA. Die Verteidiger hatten unter anderem geltend gemacht, dass ihr Mandant unter einer Lernbehinderung leide und den Intelligenzquotienten eines Kindes habe.

Auch die Tochter des auf der Flucht getöteten Michael Greenwood wandte sich mit einem Gnadengesuch an den Gouverneur. Der Schmerz ihrer Familie könne durch die Hinrichtung nicht "geheilt" werden, schrieb Kayla Greenwood an Hutchinson. Williams' Tod werde "unseren Vater nicht zurückbringen", sondern nur für zusätzliches Leid sorgen.

Greenwoods Angehörige sorgten sogar dafür, dass Williams ein letztes Mal Besuch von seiner Tochter und seiner kleinen Enkelin bekommen konnte. Sie bezahlten den beiden die Flugtickets und fuhren sie vom Flughafen zum Gefängnis.

Die Familie des Opfers Cecil Boren zeigte sich dagegen zufrieden über die Hinrichtung. "Wir haben eine lange, lange Zeit darauf gewartet", sagte Borens Witwe Genie dem Fernsehsender Fox 16. Arkansas' Generalstaatsanwältin Leslie Rutledge erklärte, mit der Vollstreckung des Todesurteils sei Borens Familie "Gerechtigkeit" widerfahren.

In Arkansas hatte es zuvor seit 2005 keine Hinrichtungen gegeben. Das geplante Hinrichtungsserie sorgte weltweit für Kritik und Proteste. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte den US-Staat auf, die "Fließband"-Hinrichtungen zu stoppen. Auch die Europäische Union protestierte gegen die Exekutionen.


 

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